Internationale Judo Sommerschulen - wie ging es weiter !

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Yannick.Schultze
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Internationale Judo Sommerschulen - wie ging es weiter !

Beitrag von Yannick.Schultze » 21.09.2019, 22:56

Hallo zusammen,

kann mir einer sagen, wie es beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit den "Judo Sommerschulen" weiterging? Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass Hanho Rhi bei Ausbruch des Krieges weitere Sommerschulen in der Schweiz abhielt. Weiß einer hierzu evtl. mehr?

1932, 1933, 1937, 1938 & 1939 ... wie ging es weiter?

Gruss
Yannick
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Re: Internationale Judo Sommerschulen - wie ging es weiter !

Beitrag von Jupp » 22.09.2019, 19:27

Vielleicht wirst Du hier etwas weiter fündig: Brousse/Matsumoto „Judo – A Sport And A Way Of Life, Seoul 1999, S. 88 ff

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Re: Internationale Judo Sommerschulen - wie ging es weiter !

Beitrag von Jupp » 25.09.2019, 12:44

Yannik schreibt: "1932, 1933, 1937, 1938 & 1939 ... wie ging es weiter?"
In der Chronik des 1. DJC Frankfurt steht jedoch, dass nach der 1. Judo-Sommerschule vom 7.-12.8.1932 "die zweite Internationale Sommerschule des DJC 1935 stattfindet, die dritte 1937, die vierte 1938 und die fünfte im Jahr 1939 in Frankfurt am Main" Die letzte Internationale Judo-Sommerschule findet nur drei Wochen vor Ausbruch des 2. Weltkrieges statt. An ihr nahmen trotz der angespannten politischen Lage noch 18 Engländer teil.

Für die Kriegszeit von 1939 - 1945 lassen sich sowohl beim 1. DJC als auch beim JC Wiesbaden keinerlei Angaben findet.

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Re: Internationale Judo Sommerschulen - wie ging es weiter !

Beitrag von Yannick.Schultze » 26.09.2019, 20:06

Jupp hat geschrieben:
25.09.2019, 12:44
Yannik schreibt: "1932, 1933, 1937, 1938 & 1939 ... wie ging es weiter?"
In der Chronik des 1. DJC Frankfurt steht jedoch, dass nach der 1. Judo-Sommerschule vom 7.-12.8.1932 "die zweite Internationale Sommerschule des DJC 1935 stattfindet, die dritte 1937, die vierte 1938 und die fünfte im Jahr 1939 in Frankfurt am Main" Die letzte Internationale Judo-Sommerschule findet nur drei Wochen vor Ausbruch des 2. Weltkrieges statt. An ihr nahmen trotz der angespannten politischen Lage noch 18 Engländer teil.

Für die Kriegszeit von 1939 - 1945 lassen sich sowohl beim 1. DJC als auch beim JC Wiesbaden keinerlei Angaben findet.
Hallo jupp,

die Angabe 1935 ist falsch... die 2. Judo Sommerschule fand 1933 statt. Dafür gibt es mehrere Belege. Ich persönlich kenne die Website des DJC und habe den Fehler da schon vor geraumer Zeit entdeckt. Er geht scheinbar aus der Abhandlung von F. Brehm zurück.

Du kennst bestimmt das Buch "Waffenlos siegen!" von A. Glucker. Das Buch wurde 1934 publiziert. Also gut ein Jahr vor der angeblichen zweiten Judo Sommerschule ... jetzt schreibt Glucker jedoch im Schlußwort auf Seite 64:
So war ich zusammen mit andern Sportkameraden und Lehrern, darunter auch Rhode und Schmelzeisen bei einem Lehrgang, bei dem die Herren Prof. Tani, Prof. Ishiguro, Dr. Kitabataka [eigentlich Kitabatake] und Mr. Koizumi unterrichteten, und später bei einem weiteren Sommerlehrgang, wo wieder Prof. Tani, Mr. Koizumi und außerdem Hano Rhi [eigentlich Hanho Rhi] und Mr. Otani unterrichteten.
Und es gibt noch weitere Belege :-)

Gruss
Yannick - mit ck
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Re: Internationale Judo Sommerschulen - wie ging es weiter !

Beitrag von Yannick.Schultze » 15.11.2019, 11:07

Hallo jupp,

ich habe nochmals bei mir nachgeguckt, meine Ausgabe ist leider doch nicht von 1934, wohl eher 1938 oder 1939. Ich habe mir deswegen nochmal kurz die Erstgabe ausgeliehen:

Glucker schreibt hier auf Seite 63:
Der Dank an meine Meister und Mitarbeiter
An erster Stelle erwähne ich Alfred Rhode, der durch seinen vorzüglichen und neuzeitlichen Unterricht es verstand, das Interesse für diesen Sport in mir derart zu wecken, dass ich von da an jegliche Gelegenheit wahrnahm, meine Kenntnisse auf diesem Gebiet zu bereichern.

So nahm ich bald darauf teil an einem Sommerlehrgang, bei dem die bedeutenden Meister Prof. Tani, Prof. Ishiguro, Dr. Kitabatake und Mr. Koizumi unterrichteten.

Später kam dann der hervorragende und erfolgreiche Kämpfer Ph. Breitstadt zu mir nach Stuttgart (Tafel 5, Bild 7). Unzählige Anregungen, sowohl in Bezug auf Selbstverteidigung, wie auch auf den Kampf bekam ich durch ihn.

Wieder nahm ich an einem Sommerlehrgang teil, bei dem Prof. Tani, Mr. Koizumi, H. Rhi und Mr. Otani unterrichteten.

Anschließend kam Prof. Tani zusammen mit Miss Woulhouse (Tafel 7, Bild 7), die als Dolmetscherin fungierte, aber auch selbst Hervorragendes leistet, hierher und wir arbeiteten japanische Gymnastik, Selbstverteidigung und Grundwürfe.

Mein intensivstes und längstes Studium trieb ich jedoch bei Dr. H. Rhi (Tafel 6, Bild 2). Die vielen Bilder zeigen ihn in vollem Umfange als bedeutenden Praktiker und hervorragenden Lehrmeister.

Einen würdigen Abschluss meines Studiums fand ich bei Erich Rahn, der unstreitbar das große Verdienst hat, als erster diesen Sport in Deutschland verbreitet zu haben.

Das vorliegende Buch ist anteilmäßig auch ein Verdienst meiner geschätzten Meister, denen ich an dieser Stelle meinen Dank ausspreche.

A. Glucker, Stuttgart.
Die Namen habe ich der Einfachheit selbst unterstrichen.

Gruss
Yannick
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