medizinische Indikation (2.Dan)

Hier geht es um Fragen und Inhalte zu den Kyu und Dan Prüfungen
HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von HBt. » 27.02.2017, 12:27

#
http://www.njv.de/aktuelles/news.php?id=7594
NJV hat geschrieben: Wichtiger Hinweis für alle Prüflinge 2. Dan: Anstatt der vorgesehenen Katame no Kata kann nur aus medizinischen Gründen eine andere Kata gezeigt werden.
Diesen Passus verstehe ich absolut nicht:
- welche "medizinischen Gründe" können dafür sprechen, daß der Prüfling / Übling keine Katame no kata braucht?
Nage no
Nage waza ura no
Gonosen no
Kime no
Kodokan Goshinjutsu
Ju no
Go no
Koshiki no
Itsutsu no

Rensa no ... kata.

Wenn er oder sie (mit ärztlichem Attest) doch alternativ eine der anderen Kata stehen (durchstehen) kann!

:irre

Benutzeravatar
Fritz
Moderator
Moderator
Beiträge: 4901
Registriert: 14.11.2003, 11:06

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von Fritz » 27.02.2017, 12:31

Leuten mit Knieverletztungen möchte man wohl nicht zumuten, die für die Katame-no-Kata nötigen
Kniestands-Bewegungen zeigen zu müssen.
Mit freundlichem Gruß

Fritz

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

Das KNIE

Beitrag von HBt. » 27.02.2017, 12:34

Fritz hat geschrieben:Leuten mit Knieverletztungen möchte man wohl nicht zumuten, die für die Katame-no-Kata nötigen
Kniestands-Bewegungen zeigen zu müssen.
Und wie sollen Patienten mit desolaten Kniegelenken "den restlichen Boden-Part bewerkstelligen"? Oder sich grundsätzlich sportartspezifisch bewegen können???

Benutzeravatar
Fritz
Moderator
Moderator
Beiträge: 4901
Registriert: 14.11.2003, 11:06

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von Fritz » 27.02.2017, 12:48

HBt. hat geschrieben:Und wie sollen Patienten mit desolaten Kniegelenken "den restlichen Boden-Part bewerkstelligen"? Oder sich grundsätzlich sportartspezifisch bewegen können???
Na wie wohl: Ruhig, gemächlich unter Verwendung der Freiheitsgrade und Belastbarkeit, die ihnen noch verblieben ist.

Behinderungen sind bei der Bewertung der Prüfungsleistung außerdem mit zu berücksichtigen ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

maximaler Radius und Belastung

Beitrag von HBt. » 27.02.2017, 13:10

(...)
Ruhig, gemächlich unter Verwendung der Freiheitsgrade und Belastbarkeit, die ihnen noch verblieben ist.

Ich behaupte:
wenn das so ist, dann funktioniert es auch mit dem Bewegen innerhalb der Katame no kata. Liegt eine medizinische Indikation vor, dann läuft es erst recht nicht mit dem Rest.

Meine Frage zielt tatsächlich auf die Erkrankung ab.
(...)
Behinderungen sind bei der Bewertung der Prüfungsleistung außerdem mit zu berücksichtigen ...
Folgerichtig benötigen wir eine PO für Behinderte (Versehrte, oder anderweitig bewegungseingeschränkte Menschen) und eine für sportgesunde Menschen.
Aber Du meinst bestimmt "kleine Unpässlichkeiten" am Prüfungstag und vielleicht auch in der Vorbereitungszeit zur Prüfung.

Übrigens übt man in meinen Augen "das Gerutsche" auf Parkett und nicht auf schwabbeligem PVC ;)

Benutzeravatar
Fritz
Moderator
Moderator
Beiträge: 4901
Registriert: 14.11.2003, 11:06

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von Fritz » 27.02.2017, 16:10

HBt. hat geschrieben:Ich behaupte:
wenn das so ist, dann funktioniert es auch mit dem Bewegen innerhalb der Katame no kata. Liegt eine medizinische Indikation vor, dann läuft es erst recht nicht mit dem Rest.
Tja, das behauptest Du so ganz pauschal. Andere mögen es natürlich anders sehen oder empfinden ...
HBt. hat geschrieben:Folgerichtig benötigen wir eine PO für Behinderte (Versehrte, oder anderweitig bewegungseingeschränkte Menschen) und eine für sportgesunde Menschen.
Wie kommst Du da drauf? Wenn wir eine PO haben und die Prüfer angehalten sind, Behinderungen mit bei der Bewertung zu berücksichtigen, wo ist da eine Notwendigkeit
für eine PO für Versehrte? Kenne Leute, die nach der normalen PO geprüft wurden, obwohl ein Arm gefehlt hat oder eine Körperseite gelähmt ist, geht alles ...
HBt. hat geschrieben:Übrigens übt man in meinen Augen "das Gerutsche" auf Parkett und nicht auf schwabbeligem PVC ;)
Viel Spaß damit, wenn die Knie dann mal kaputt sind ...
;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

POs

Beitrag von HBt. » 01.03.2017, 10:17

Wie ich darauf komme - fragst Du mich. Ganz einfach, durch Deine Steilvorlage
Fritz hat geschrieben: Na wie wohl: Ruhig, gemächlich unter Verwendung der Freiheitsgrade und Belastbarkeit, die ihnen noch verblieben ist.
Behinderungen sind bei der Bewertung der Prüfungsleistung außerdem mit zu berücksichtigen ...
!

Es ist liegt doch auf der Hand, dass man bei degenerativen Erkrankungen der großen Gelenke nicht mehr als "sportgesund" gelten kann. Liegen nur einfache Entzündungen oder anderweitige
Belastungsstörungen vor ---> muss man sie erst beseitigen, sprich auskurieren, bevor man sich an die vollständige Überprüfung zum zweiten Dan begibt.

Anders formuliert: wer deutliche Bewegungseinschränkungen hat (aus welchen Gründen auch immer), kann nicht dem gleichen Qualitätsstandard entsprechen wie der "sportgesunde" Mensch.

sportgesund == keinerlei Einschränkungen bzgl. der Anforderungen an die Sportart Judo
Fritz hat geschrieben:(...)Kenne Leute, die nach der normalen PO geprüft wurden, obwohl ein Arm gefehlt hat oder eine Körperseite gelähmt ist, geht alles ...
Wie werfe ich die Wurftechniken des Kodokan Judo
(beidseitig?! diverse Kumikata?! Fallhilfe?! ...) mit nur einem Arm. Ich nehme nicht an das es sich bei diesem diffusen Beispiel um Dan-Prüfungen handelte.

Gleich vorweg: mein größter Respekt und Achtung gilt allen Menschen, die ihr Leben erfolgreich meistern und dabei immer noch liebenswert / fröhlich / achtsam ... sind & bleiben.

#
noch einmal meine Frage: welche Erkrankung könnte ein Attest rechtfertigen und damit einen legitimen Anspruch auf eine Ersatzaufgabe erzwingen, ... zumal die Katame no kata auch ein
wichtiger Lernträger ist.

Gruß,
HBt.

PS
Die gängige Behauptung "ich habe Probleme mit meinen Knien" ist eine Ausrede. Eine Ausrede, um sich nicht mit der Katame no kata auseinander zu setzen. Die Referenten wollen dieser Dauerströmung entgegenwirken und das finde ich gut so, allerdings kann man den PASSUS 'mit Attest ...' dann auch konsequent streichen.

Benutzeravatar
Fritz
Moderator
Moderator
Beiträge: 4901
Registriert: 14.11.2003, 11:06

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von Fritz » 01.03.2017, 14:16

HBt. hat geschrieben:Es ist liegt doch auf der Hand, dass man bei degenerativen Erkrankungen der großen Gelenke nicht mehr als "sportgesund" gelten kann. Liegen nur einfache Entzündungen oder anderweitige
Belastungsstörungen vor ---> muss man sie erst beseitigen, sprich auskurieren, bevor man sich an die vollständige Überprüfung zum zweiten Dan begibt.
Ist doch schön, wenn die eigene Sicht auf die Welt u. die Gesundheit so schön unbedarft ist und einem das Konzept von "dauerhaft kaputt / beeinträchtigt" eher nicht betrifft ;-)
HBt. hat geschrieben:Anders formuliert: wer deutliche Bewegungseinschränkungen hat (aus welchen Gründen auch immer), kann nicht dem gleichen Qualitätsstandard entsprechen wie der "sportgesunde" Mensch.
Richtig u. deswegen ist die Maßgabe, entsprechende Behinderungen bei der Bewertung der Prüfungsleistungen mit einfließen zu lassen ...
HBt. hat geschrieben:
Fritz hat geschrieben: (...)Kenne Leute, die nach der normalen PO geprüft wurden, obwohl ein Arm gefehlt hat oder eine Körperseite gelähmt ist, geht alles ...
Wie werfe ich die Wurftechniken des Kodokan Judo
(beidseitig?! diverse Kumikata?! Fallhilfe?! ...) mit nur einem Arm. Ich nehme nicht an das es sich bei diesem diffusen Beispiel um Dan-Prüfungen handelte.
Dazu solltest Du mal unser Forumsmitglied Shorn befragen oder den Ansprechpartner JVB bzgl- "Judo für Menschen mit körperlicher Behinderung". Evt. können sie
Dir da einen sehr tiefen Einblick geben, wie entsprechende Prüfungsaufgaben umgesetzt werde u. wo das Anforderungsprofil auf die Belange des Prüflings hin abgestimmt wird ...
HBt. hat geschrieben:Die gängige Behauptung "ich habe Probleme mit meinen Knien" ist eine Ausrede. Eine Ausrede, um sich nicht mit der Katame no kata auseinander zu setzen. Die Referenten wollen dieser Dauerströmung entgegenwirken und das finde ich gut so, allerdings kann man den PASSUS 'mit Attest ...' dann auch konsequent streichen.
Mir erschließt sich nicht, warum man den Passus mit dem Attest streichen sollte, nur weil Du Knie-Probleme für eine Ausrede hältst?
Evt. soll die Erfordernis des Attestes ja genau der Ausrederei entgegen wirken?
Mit freundlichem Gruß

Fritz

Benutzeravatar
guk
Braun Gurt Träger
Braun Gurt Träger
Beiträge: 208
Registriert: 18.12.2012, 08:03
Bundesland: Niedersachsen

Re: POs

Beitrag von guk » 01.03.2017, 15:31

HBt. hat geschrieben: PS
Die gängige Behauptung "ich habe Probleme mit meinen Knien" ist eine Ausrede. Eine Ausrede, um sich nicht mit der Katame no kata auseinander zu setzen.
Selten so einen Quatsch gelesen. Hast du dafür irgendwelche Beweise?

Ich kenne zumindest niemanden, der ein kaputtes Knie vortäuscht, um sich nicht mit der Katame-no-kata auseinanderzusetzen.

Es geht um Judo, für die allermeisten eine Freizeitbeschäftigung, für viele einfach nur ein Sport (und mehr). Wenn ich überlege, welche medizinisch absolut unsinnigen Übungen wir in den 70ern gemacht haben, bin ich froh über meine halbwegs funktionierenden Knie. Ich kenne aber genug, die nicht einmal mehr "richtig" angrüßen können und trotzdem weiter Judo machen. Die Befreiungsversuche und Gegenreaktionen kann man auch ohne Knierutschen üben. Und für eine Prüfung wird sich schon etwas sinnvolles finden.

Wer jetzt gleich Atteste und Gutachten verlangt (die kosten Geld!) und somit erst mal dem Prüfling misstraut, sollte sich fragen, welchen Vorteile es dem Prüfling bringen sollte, eine Verletzung vorzutäuschen.

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

Ja und?

Beitrag von HBt. » 01.03.2017, 15:41

Aber 'Fritz',
Du kennst Doch den Menschen HBt. gar nicht - und unterstellst "Unbedarftheit ..." :crybaby
(...)
den Ansprechpartner JVB bzgl- "Judo für Menschen mit körperlicher Behinderung". Evt. können sie
Dir da einen sehr tiefen Einblick geben, wie entsprechende Prüfungsaufgaben umgesetzt werde u. wo das Anforderungsprofil auf die Belange des Prüflings hin abgestimmt wird ...
Das würde ich auf jeden Fall aus eigenem Antrieb erledigen,
wenn ich in eurem Landesverband, in dieser Sektion tätig wäre.
Mir erschließt sich nicht, warum man den Passus mit dem Attest streichen sollte, nur weil Du Knie-Probleme für eine Ausrede hältst?
Evt. soll die Erfordernis des Attestes ja genau der Ausrederei entgegen wirken?
Das soll es wohl.

Lies selbst noch einmal:
"Die Referenten wollen dieser Dauerströmung entgegenwirken und das finde ich gut so, allerdings (...)"

"... zumal die Katame no kata auch ein wichtiger Lernträger ist."

Fritz,
warten wir doch einfach auf andere Stimmen aus der Gemeinschaft ;-) ja?

ups,
da ist ja schon EINE

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

guk (aus NDS)

Beitrag von HBt. » 01.03.2017, 15:43

der ein kaputtes Knie vortäuscht, um sich nicht mit der Katame-no-kata auseinanderzusetzen.
kannst Du bitte "kaputtes Knie" definieren.

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

guk II

Beitrag von HBt. » 01.03.2017, 15:50

Die Befreiungsversuche und Gegenreaktionen kann man auch ohne Knierutschen üben. Und für eine Prüfung wird sich schon etwas sinnvolles finden.
- und wie gelangst Du (formal) in die Bodenlage 'guk' ---> wie wirfst Du mit einem unbeweglichen Knie, einem total instabilen Knie ... u.s.w. -?-

- mir geht es um das Gelenk, von mir aus können wir auch noch gerne das Hüftgelenk dazu nehmen!

Ich finde den Hinweis aus dem Ausbildungsteam des NJV richtig.

Benutzeravatar
guk
Braun Gurt Träger
Braun Gurt Träger
Beiträge: 208
Registriert: 18.12.2012, 08:03
Bundesland: Niedersachsen

Re: guk II

Beitrag von guk » 01.03.2017, 16:07

HBt. hat geschrieben:kannst Du bitte "kaputtes Knie" definieren.
Ein kaputtes Knie aus prüfungstechnischer Sicht ist ein Kniegelenk, welches durch eine Verletzung oder Erkrankung dauerhaft so geschädigt ist, dass die korrekte Durchführung einer Katame-no-kata nicht oder nur unter größten Schmerzen möglich ist. :ironie3
HBt. hat geschrieben:
Die Befreiungsversuche und Gegenreaktionen kann man auch ohne Knierutschen üben. Und für eine Prüfung wird sich schon etwas sinnvolles finden.
- und wie gelangst Du (formal) in die Bodenlage 'guk' ---> wie wirfst Du mit einem unbeweglichen Knie, einem total instabilen Knie ... u.s.w. -?-

- mir geht es um das Gelenk, von mir aus können wir auch noch gerne das Hüftgelenk dazu nehmen!

Ich finde den Hinweis aus dem Ausbildungsteam des NJV richtig.
Wie bei vielen Erkrankungen und Verletzungen können diejenigen, denen dies glücklicherweise nicht widerfahren ist, häufig die Beschwerden nicht nachvollziehen.
Es kann zum Beispiel bei Verletzung der Kniescheibe sehr schmerzhaft sein, auf dieser zu knien und noch schmerzhafter, auf dieser zu rutschen. Trotzdem kann ich einen Haltegriff einnehmen oder versuchen, mich aus einem solchen zu befreien, ohne die Kniescheibe auf diese Art zu belasten.

Der Hinweis des NJV bedeutet doch nur, dass man die Knk für so wichtig erachtet, dass eine Ausnahme nur in begründeten Fällen möglich ist (nicht wie bei höheren Dan-Graden optional). Das halte ich durchaus für richtig, ist aber eigentlich nichts Neues.

Mich stört lediglich deine pauschale Behauptung, das Knieprobleme ein Ausrede sind.
Zuletzt geändert von guk am 01.03.2017, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von HBt. » 01.03.2017, 16:35

Danke 'guk',
wir beide sind gar nicht so weit von einander entfernt, wie man denken könnte.

Ja,
die Katame no kata ist im Curriculum wichtig.

Ja,
auf einer ungeeigneten Oberfäche & Boden kann das "Shikkyo (shikko)" wirklich ungünstig sein / verlaufen.

Worüber sprechen wir?
1)
https://youtu.be/K7cGxipO_IA
2)
https://youtu.be/rKLKLBIQfNA
"übrigens, wer beim Versuch zu gehen nach rechts und links taumelt, hat meistens ein Problem mit einem der Hüftgelenke ..."

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

Die kennt man

Beitrag von HBt. » 01.03.2017, 17:25

guk hat geschrieben: Es geht um Judo, (...) Ich kenne aber genug, die nicht einmal mehr "richtig" angrüßen können und trotzdem weiter Judo machen. Die Befreiungsversuche und Gegenreaktionen kann man auch ohne Knierutschen üben. Und für eine Prüfung wird sich schon etwas sinnvolles finden.
Du benennst doch gerade die Misere: Kata eben nicht als TOOL zu verstehen, sondern als ein notwendiges Prüfungsübel.
Mich stört lediglich deine pauschale Behauptung, das Knieprobleme (oftmals) ein Ausrede sind.
Und ich bleibe dabei.

#Hervorhebungen und Einfügen in den Zitaten stammen von mir.

Ironische Definition von 'guk':
Ein kaputtes Knie aus prüfungstechnischer Sicht ist ein Kniegelenk, welches durch eine Verletzung oder Erkrankung dauerhaft so geschädigt ist, dass die korrekte Durchführung einer Katame-no-kata nicht oder nur unter größten Schmerzen möglich ist :ironie3
formulieren wir geschickt um: "ein kaputtes Knie ist ein großes Gelenk, welches durch eine äußere Krafteinwirkung oder degenerativer Erkrankungen derart geschädigt ist, so dass funktionale Bewegungen des gesamten Apparates gestört oder unmöglich sind. Gegebene Schmerzen sind ein Signal, über welches man nachdenken sollte ..."

Ein im Bereich des Knie empfundener Reiz (es ist ja oftmals gar nicht das Knie, die zwei großen Knochen und ihre Gleitflächen, sondern ...) lässt mich doch sofort über das WIE nachdenken. Was tue ich - wie und warum?! Hier muss man auch über die Unterlage nachdenken, die Tatami ---> auf einer festen Reisstrohmatte mit robustem Segeltuch "rutscht es sich gänzlich anders" als auf PVC-Schaumstoffmatten.

Irgendwie stört mich die Formulierung "rutschen".

HBt.

Holger König
1. Dan Träger
1. Dan Träger
Beiträge: 423
Registriert: 13.02.2009, 00:36

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von Holger König » 02.03.2017, 00:43

Am besten rechtzeitig den Prüfungsbeauftragten bzw. Dan-Beauftragten, wenn der Verband eine Kommison hat, konsultieren. Da lassen sich die Voraussetzungen einer angepaßten Prüfung vorab "rechtskräftig" klären.

tutor!
Moderator
Moderator
Beiträge: 3653
Registriert: 08.08.2008, 10:41

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von tutor! » 02.03.2017, 08:10

Im konkreten Fall sind zur Beurteilung zwei Besonderheiten zu beachten. In der Dan-PO heißt es: "Nach Absprache mit dem jeweiligen Prüfungsreferenten kann eine alternative Kata gezeigt werden."

In Bayern wurde unter dem damaligen Prüfungsreferenten Gerhard Steidele die von ihm kreierte "Rensa-no-Kata" vor einigen Jahren als Alternative zur Katame-no-Kata zugelassen. Das war zu der Zeit, in der die Landesverbände noch größere Freiheiten hatten. Bei der Neufassung der Dan-PO ist man Bayern nun entgegen gekommen und hat diese Öffnungsklausel für den 2. Dan in die PO geschrieben, was nun natürlich einer Klarstellung durch jeweiligen Landesverband bedarf. Der NJV hat sich also in dieser Frage klar geäußert: Es wird Katame-no-Kata verlangt, Ausnahmen gibt es nur in massiv begründeten Fällen. Es scheint ja auch so zu sein, dass es im NJV Erfahrungen gab, die zu dieser Klarstellung veranlasst haben.

In meinem Landesverband kann ich mich an keine Dan-Prüfung (zum 2. Dan) erinnern, bei der eine andere als die Katame-no-Kata gezeigt wurde. In sehr seltenen Fällen kommt es vor, dass nach persönlicher Absprache eine Kata aus einem höheren Dan-Grad anstelle der eigentlich geforderten Kata gemacht werden darf. Hieran sind aber keine weiteren formalen Bedingungen oder Nachweise geknüpft.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

Anton_D1
Grün Gurt Träger
Grün Gurt Träger
Beiträge: 62
Registriert: 10.02.2014, 08:47

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von Anton_D1 » 02.03.2017, 09:26

Interessante Diskussion. ich frage mich allerdings - bei allem Verständnis für dauerhaft Erkrankte und Behinderte - warum man mit kaputten Knien eine Dan-Prüfung ablegen will, bei dem die Kata auf den Knien zentraler Bestandteil ist. Ich würde da eher in andere sportliche Richtungen wechseln, die nicht kniebelastend sind, anstatt mit zig Sondergenehmigungen und Ausnahme-Regeln das Ding mit Gewalt durchziehen...

Benutzeravatar
Fritz
Moderator
Moderator
Beiträge: 4901
Registriert: 14.11.2003, 11:06

Re: medizinische Indikation (2.Dan)

Beitrag von Fritz » 02.03.2017, 11:33

Anton_D1 hat geschrieben:Interessante Diskussion. ich frage mich allerdings - bei allem Verständnis für dauerhaft Erkrankte und Behinderte - warum man mit kaputten Knien eine Dan-Prüfung ablegen will, bei dem die Kata auf den Knien zentraler Bestandteil ist. Ich würde da eher in andere sportliche Richtungen wechseln, die nicht kniebelastend sind, anstatt mit zig Sondergenehmigungen und Ausnahme-Regeln das Ding mit Gewalt durchziehen...
Was soll denn ein geprüfter Dan-Grad aussagen? Letztlich soll er doch nur einen Fortschritt im Judo dokumentieren.
Warum soll ein chronisch Knie-Kranker nicht auch Fortschritte im Judo machen und dokumentieren dürfen? Warum soll er in
andere sportliche Richtungen wechseln, wenn doch gerade sein Herz am Judo hängt? Wenn er dort vielleicht sogar für seinen Verein da ist,
Leute trainiert usw.? Wenn ihm Judo hilft, mit seiner Erkrankung besser umzugehen?
Wenn jemand es schafft, sein Judo auf seine Behinderung entsprechend anzupassen, dann hat er genügend Können vorausgesetzt m.E. auch die Chance
verdient, dies durch eine Prüfung dokumentieren zu dürfen ... und damit als Ansporn und Beispiel für Leute mit ähnlichem Schicksal sein kann.

Und von wegen ein bestimmte Kata als zentraler Bestandteil - schau Dir die restlichen Teile der Prüfungsprogramme an - da gibt es nirgends einen Bezug auf die jeweilige Kata ...
Ich wäre jedenfalls sehr dafür, daß die Kata-Sachen deutlich flexibilisiert werden, es gibt ja nunmal Kodokan-Judo-Kata u. Methoden, dazu noch die ganzen
Gonosen-Sachen, Hiranos Kata, anzahlmäßig deutlich mehr als im Dan-Programm abgerufen wird, warum nicht den Prüflingen freistellen, mit welcher Kata
sie sich für welchen Dan intensiv auseinander setzen möchten, und dann diese in der Prüfung auch zeigen - Könnte in Paß u. Urkunde dokumentiert werden, damit wäre
das dann drohende Problem mit "Paß-Zweitschriften" auch entschärft.
Ich sehe da folgende Vorteile:
- Die Vorbereitung auf Dan-Grad wird etwas entkrampfer, wenn sich bspw. jemand auf den 2.Dan vorbereitet und dort bei der Katame-no-Kata bleibt und ein Braungurt
im Verein möchte den 1.Dan haben, könnte dieser sich dann auch mit Katame-no-Kata beschäftigen und diese ebenfalls zeigen.
- Kata jenseits der Randori-no-Kata würden bereits eher in die Aufmerksamkeit unsere Judoka rücken, d.h. die Wissensbasis hier würde sich in der Gesamtheit verbreitern - was die
Voraussetzung wäre, daß die tradierten Kata überhaupt wieder als lebendiges Trainings-Werkzeug in die Ausbildung der Judoka gelangen können ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1318
Registriert: 18.10.2016, 10:31

Erkrankungen die ...

Beitrag von HBt. » 02.03.2017, 12:18

einen Teil(Aspekt, auch SKILL), bzw. die anderen Bestandteile / sprich Prüfungsinhalte zum 2. Dan - nicht möglich erscheinen lassen ---> unmöglich machen.

#
Darum geht es mir. Existieren noch weitere Beispiele aus der Praxis, neben den Unpässlichkeiten mit "dem Knie". Ich könnte noch weiteres aus der Praxis geben: "habe Rücken!", sprach es und demonstrierte Kime no kata (oder Ju no kata, ich weiß nicht mehr genau ... welche Ersatzkata gezeigt wurde).

- Schon als junger Judoka hatte ich mich oft gefragt, wie man mit attestiertem Wirbelsäulenproblem u. auch oft etwas Übergewicht (Vorsicht Unterstellung, da es ja keine allgemein gültige Definition gibt) eine Ersatzkata als Prüfungskata wählen durfte & alles andere famos bestritt.

Mit dem Adjektiv 'famos' möchte ich nicht die Qualität des gebotenen Judo verstanden wissen. Ich kenne zwei gängige Ausreden: 1) Knie 2) Rücken. Wobei viele Sportler die unter
Punkt 1 firmieren oftmals nicht zur Prüfung antreten. Sie verweigern weil sie 'das Gerutsche' ablehnen, ihr Argument & Legitimation "Knie". Punkt 2 Sportler machen kein großes Gewese daraus, sondern legen einfach ihr Attest vor, "Rücken" - und kamen damit bislang immer erfolgreich durch (Vorsicht: Behauptung, es fehlen die Beweise).

Kandidaten mit "dem Rückenproblem" demonstrieren auf ihrem Weg zum 5. Dan nie die Katame no kata. Jenes finde ich unschön, da man mit derart gesundheitlichen Einschränkungen wohl schlecht ...

##
Bleiben wir beim Thema: "ich klammere sprichwörtlich den gesamten Ne- &. Katamewaza-Teil aus", den kann ich ja nur unter großen Einschränkungen und mit der Gefahr noch größere Schäden ... absolviere trotzdem den gesamten Standkomplex - und werde belohnt.

Das passt einfach nicht zusammen. Dem wird jetzt richtigerweise ein Riegel vorgeschoben. Ich wüsste gerne, welche 'Indikation' tatsächlich eine sachlich begründete Ausklammerung der Katame no kata zulässt, unter Berücksichtigung des kompletten Ausbildungs- u. Prüfungsprogramm zum 2. Dan. Der Rest funktioniert schließlich / offensichtlich.

Gruß,
HBt.

PS
Ich denke, weitere Wiederholungen sind unnötig. Es existieren mit Sicherheit viel mehr positive Beispiele, als negative Beispiele - Sportler, die echte (und dauerhafte) Einschränkungen ihrer Bewegungs- u. Belastungsfähigkeit haben - und trotzdem den ordentlicheren Weg gehen. Sie nutzen nicht aus, sondern gehen 'damit' progressiv um.

Antworten