Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

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kanou65m
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Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von kanou65m »

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http://www.judobund.de/

In diesem Faden sollen alle verfügbaren Informationen sowie persönliche Erfahrungsberichte gesammelt werden.
Zuletzt geändert von kanou65m am 19.11.2011, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
kanou65m
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von kanou65m »

Was schreibt denn der DJB auf seiner homepage zu seiner Geschichte?

Wir lesen:
"So entstand schließlich 1932 der Deutsche Judo-Ring, der allerdings bereits 1933 in das Fachamt Schwerathletik des Deutschen Reichsbundes eingegliedert wurde. In den Jahren des Nationalsozialismus wurde bis 1941 jährlich eine deutsche Meisterschaft ausgerichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Judo zunächst, weil es als Kampfsportart galt, von den Alliierten verboten. 1953 gründete sich schließlich der Deutsche Judo-Bund in der BRD und 1958 der Deutsche Judoverband in der DDR. Ende 1990 schloss sich der der Deutsche Judoverband dem Deutsche Judo-Bund an, der heute als einziger nationaler Verband vom Kodokan anerkannt ist."

Hmm.
Der DJB ist vom Kodokan anerkannt.
Eine Tatsache oder eine Behauptung?
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von kanou65m »

Danke, tutor.

Bei mir hat sich allerdings auch noch eine andere Geschichte eingeprägt:
im Zuge dieser Anerkennungsgeschichte von DAN-Graden hat das DDK seinerzeit den Kodokan angeschrieben und die haben (leicht genervt) geantwortet, dass der Kodokan nur Kodokan anerkennt und sonst nix!
Da war das DDK leicht genervt und im Zuge dessen der DJB auch.

Das Schreiben war auch mal auf der DDK-Seite und irgendwo habe ich eine Kopie...


so oder so:
das Joglieren mit dem "Kodokan" ist irgendwie immer um drei Ecken,finde ich :cry:

upps-der Beitrag von tutor ist weg?
tutor!
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von tutor! »

kanou65m hat geschrieben:upps-der Beitrag von tutor ist weg?
Beim Nachschlagen hab ich einen kleinen Fehler gefunden. Deshalb hab ich den Beitrag gelöscht und werden ihn später korrigieren.

Was die Dan-Grade betrifft: der Kodokan unterscheidet "Kodokan-Grade" von "Graden (inter-)nationaler Verbände". Wenn man z.B. als Ausländer am Training teilnehmen möchte, geht man ins Büro der internationalen Abteilung und füllt ein Formular aus. Dort trägt man dann seine Graduierung ein und macht noch ein Kreuzchen, ob es ein Kodokan-Grad ist oder ein anderer.

Einmal bin ich nach dem Training noch mit einer Gruppe älterer Herren zur "dritten Halbzeit" weg gewesen. Dort fragte mich auch einer Anwesenden nach meinem Dan-Grad und auch sofort, ob Kodokan oder DJB.

Es gibt darüber hinaus sehr enge Verflechtungen zwischen Kodokan und den IJF-Strukturen.

Der Kodokan beherbergt den alljapanischen Judo-Verband (dessen Adresse ist also der Kodokan), der Kodokan-Präsident ist traditionell (auch zur Zeit) gleichzeitig auch Präsident des alljapanischen Judo-Verbandes. Auch bekleidet der Kodokan-Präsident in aller Regel internationale Ämter. So war Risei Kano als Kodokan-Präsident Gründungspräsident der IJF. Der derzeitige Kodokan-Präsident - H. Uemura - ist zur Zeit z.B. IJF Sportdirektor.

Im Rahmen der IJF-Strukturen gibt es den Grundsatz, dass aus einem Land nur ein Verband Mitglied sein kann. Anders wären z.B. Nominierungsfragen zu internationalen Meisterschaften kaum zu regeln. Der Kodokan ist zwar juristisch nicht an die IJF und deren Beschlüsse gebunden, aber die Verflechtungen sind so stark, dass sich der Kodokan zwar eine Unabhängigkeit bewahrt - z.B. bei Fragen von Graduierungen - aber eben in Fragen der Zusammenarbeit mit Verbänden (nichts anderes heißt ja "Anerkennung als nationaler Verband") eine IJF-nahe Haltung einnimmt.

Man muss aber nicht DJB-Mitglied sein, um als deutscher im Kodokan als Gast am Training teilnehmen zu können.
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von kanou65m »

Toni Bader (verstorben 2010,8.DAN DJB), den ich noch persönlich auf der Matte erlebt habe, war immer besonders stolz auf seinen 2.DAN KODOKAN. :eusa_clap
tutor!
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von tutor! »

kanou65m hat geschrieben:Toni Bader (verstorben 2010,8.DAN DJB), den ich noch persönlich auf der Matte erlebt habe, war immer besonders stolz auf seinen 2.DAN KODOKAN. :eusa_clap
Mein alter Trainer hat auch eine solche Urkunde im Dojo hängen. Man konnte früher an den Kodokan seine Unterlagen einschicken und bekam eine Urkunde zurück. Die Bearbeitungsgebühren waren allerdings stolz. In den 1950er Jahren gab es in Deutschland auch einen Repräsentanten des Kodokan in Deutschland (Dr. Suzuki).

Irgendwann wurde das mit den Anerkennungen eingestellt - ich weiß aber nicht mehr genau wann und warum. Für mich kam es nie in Frage und käme es auch jetzt nicht.
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von kanou65m »

Der Deutsche Judo Bund ist der mit Abstand größte Judoverband in Deutschland
und braucht auch nicht den nationalen Vergleich mit anderen Kampfkunst-Verbänden scheuen.

Mitglieder (2010): 177.145
Mitgliederverlust zu 2009: -3.454
Vereine (2010) insgesamt: 2632

Den größten Anteil haben die Judoka zwischen 7-14 Jahren mit über 50%

Quelle: DOSB
http://www.dosb.de/fileadmin/sharepoint ... g_2010.pdf
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Hofi »

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass 40.000 - 50.0000 Personen mehr als judoka an die Landessportbünde gemeldet werden als an die Judo-Landesverbände ergibt sich eine noch schönere Zahl für die im DJB organisierten Judoka.
Bis dann
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Makikomi Kid »

Sicher? Evtl. gibt es einen Grund warum die Leute nicht an den DJB gemeldet werden. Ich kenne zB. einen Verein, da läuft das Judo als Abteilung des Fechtens. Die machen aber kein DJB-Judo dort. Werden aber IMO als Judoka gemeldet.

In einem anderem Judo-Verein werden die Leute, die kein DJB-Judo machen wollen von der Abteilung auch nicht an den DJB gemeldet.
Evtl sind diese Diskrepanzen also eher "Nicht DJBler"
"Es gibt auf Dan Prüfungen zu höheren Stufen noch Dan-Träger, die noch nicht richtig fallen können" - Judoka50
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Olaf
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Olaf »

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass 40.000 - 50.0000 Personen mehr als judoka an die Landessportbünde gemeldet werden als an die Judo-Landesverbände ergibt sich eine noch schönere Zahl für die im DJB organisierten Judoka.
Ich höre dieses Argument des öfteren, es beinhaltet aber einen schwerwiegenden Denkfehler, denn diejenigen, die es benutzen, gehen wie selbstverständlich davon aus, dass Sportler, die im LSB sind, natürlich auch zum DJB gehören müssten. Das ist aber mitnichten so.

ALLE LSB Mehrspartenvereine melden ihre Judosportler dem LSB natürlich als "Judoka" unabhängig vom Verband, eine solche Differenzierung ist in der LSB-Onlineerhebung gar nicht möglich. Da kann man nur die Sportart, in diesem Falle "Judo" anklicken und gibt dann die Anzahl differenziert nach Jahrgängen und Geschlecht ein. So tauchen dann alle Sportler des DDK, des NDK, der IBF usw. beim LSB als Judoka auf, sind aber nicht Mitglied im NJV bzw. DJB. Beispiele hierfür sind der TuS Rohden-Segelhorst (IBF) oder der TuS Westerstede (DDK), die beim LSB, aber nicht beim NJV auftauchen.

Des weiteren es bei der NJV-Stärkemeldung die Spalte "Passiv" für Karteileichen, die der LSB ebenfalls nicht gesondert erfasst. Diese Passivmeldungen werden nicht an den DJB weitergeleitet, da für diese Passivsportler keine Sichtmarken bezogen werden. Beim LSB werden diese Sportler aber als Judoka ohne Unterscheidung zwischen Aktiv und Passiv geführt. Allein in unserem Kreis gibt es 4 Vereine, die dem LSB zwischen 150 und 200 Judoka melden, die in den Sparten noch Mitglied sind, dem NJV aber werden nur zwischen 45 und 65 aktive Sportler, die dem realen Betrieb auf der Matte entsprechen, gemeldet. Das macht NJV-weit den größten Batzen aus.

Als letzter Punkt fällt mir noch ein sehr großer und aktiver niedersächsischer Mehrspartenverein ein, der seine weit über 200 Judoka über den Hamburger Verband laufen lässt (Die Satzung des HJV lässt dies zu), sie in der Stärkemeldung des LSB-Hauptvereins aber Niedersachsen zuschlägt. Hier dürfte es aber keine zahlenmäßige Diskrepanz bundesweit geben. Nur in den Länderzahlen machen sich dann die Unterschiede bemerkbar.

Du sieht lieber Hofi, die Gründe für die DOSB/DJB-Diskrepanz sind vielfältig.

LG
Olaf
Immer wieder muß das Unmögliche versucht werden,
um das Mögliche zu erreichen

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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von kanou65m »

Ich hatte in einem anderen Faden dieser Art schon angedeutet, dass es sich mit den Mitgliederzahl immer etwas kritisch verhält und Olaf hat dazu ein paar sehr gute Beispiele genannt, die ich absolut bestätigen kann.
Wir hatten hier an anderer Stelle schonmal über die "wundersame Vermehrung von Mitgliedern" gesprochen.
Nur kann man dem DJB, bzw. den LV ja nun nicht vorwerfen, was sie an "gemoppelten" Zahlen bekommt, oder?
Anderseits sollten die Fach-u.Spitzenverbände doch auch ein ernsthaftes Interesse daran haben, mit realitischen Zahlen zu planen - und wer sonst als sie müßte das in die Hand nehmen?
Das gilt für alle Verbände - auch für die, die nicht im DOSB sind.
Kleinere Verbände (und Vereine - um sich mal an die eigene Nase zu fassen) neigen ja eher dazu, sich größer zu machen*, als sie sind.
Zusammengefaßt befinden wir uns alle auf dünnem Eis - insofern sehe ich da echten Handlungsbedarf :?

*hier bin ich mir aktuell gerade auch nicht mehr so sicher!!
Deshalb könnte Hofi insofern doch recht haben :cry:

Können wir uns darauf einigen, dass das Thema "Stärkemeldung" dringend überarbeitet werden sollte?
Hat das neue DJB-Online-Portal darauf Einfluss?
katana
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von katana »

Man kann wahrscheinlich davon ausgehen, daß die DOSB/DJB-Zahlen aussagekräftiger sind , als die
Landessportbund-Zahlen.
Zumindest was den Judobetrieb betrifft.
Neben den von Olaf aufgeführten Gründen, kommen auch noch Familienmitgliedschaften dazu,
bei denen z.B. alle kostengünstig Mitglied sind, aber vielleicht nur ein Kind aktiv auf der Matte ist.
Evtl. noch Fördermitglieder und Ehrenmitglieder.
Und nicht zuletzt, ein paar Funktionäre und Amtsinhaber (z.B. Kassierer), die ja nicht zwingend aktive Judoka sein müssen.

KK
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Olaf
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Olaf »

katana hat geschrieben:Man kann wahrscheinlich davon ausgehen, daß die DOSB/DJB-Zahlen aussagekräftiger sind , als die
Landessportbund-Zahlen.
Der DOSB übernimmt die einzelnen LSB Zahlen. Der DJB hingegen die seiner Fachverbände. Daher sollte man hier nicht DOSB/DJB schreiben, sondern LFV´s/DJB.

Ich bin mir nicht mal sicher, ob alle Fachverbände die gleichen Stärkemeldungen erheben, da die Art und Weise der Erhebung auf Grund des föderalen Systems jedem LFV selbst überlassen ist. Der NJV hat z.B. in 2010 die Zahlen nicht selbst erhoben, sondern die Zahlen des LSB übernommen. Aus verschiedensten Gründen ist man hiervon aber bereits nach einem Jahr wieder abgekommen. Es scheint einfach nicht zusammenzukommen.

Beim Fachverband wird eine hohe Mitgliederzahl von vielen Mitgliedern aus finanziellen Gründen (Sichtmarke) eher als negativ empfunden. Beim LSB haben hingegen hohe Zahlen eher Vorteile (Fördermittel, Stimmrechte). Diesen Widerspruch irgendwann einmal aufzulösen wird eine Riesenaufgabe, um die ich niemanden beneide.

LG
Olaf
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Hofi »

Hi!
Soweit ich mich erinnern kann, muss in Bayern der Fachverband an den Landessportverband gemäß der dort als Mitglied der jeweiligen Sportart Beiträge zahlen, weswegen hier eine Diskrepanz natürlich besonders ärgerlich ist, weil man als Fachverband Beiträge für Personen zahlt, denen keine entsprechenden Einnahmen gegenüber stehen.
Allerdings kann man (müsste die Ordnungen mal genau durchschauen, aber da ist mir die Zeit für andere Dinge, wie z.B. Kinder auf einem Wettkampf betreuen, wichtiger) meines Wissens an den BLSV nur dann Judoka melden, wenn man auch im BJV ist.
Davon ausgehend kann die von Olaf beschriebene Situation (DDK/IBF etc. Verein meldet an BLSV aber nicht an BJV) eigentlich nicht passieren.
Wenn das in anderen Landessportbünden anders geregelt ist, relativiert sich das ganze natürlich.
Bis dann
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Olaf »

Voraussetzungen für die Mitgliedschaft im BLSV

http://www.blsv.de/fileadmin/user_uploa ... etzung.pdf

Bestanderhebungsbogen des BLSV

http://www.blsv.de/fileadmin/user_uploa ... r_2011.pdf

Von einer Mitgliedschaft im Fachverband als Voraussetzung für den Beitritt oder die Meldung ist nirgends etwas zu finden.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass in der Zuordnungsliste für Sportarten in Bayern

http://www.blsv.de/fileadmin/user_uploa ... rdnung.pdf

folgende Sportler dem Judo zugeschlagen werden

-Bogenschießen (Kyudo??)
-Haidong Gumdo (was immer das ist)
-Iaido
-Kendo
-Kum Do
-Kyudo
-Sambo
-Sumo
-Viet Vo Dao
und Wrestling!?

All diese Sportler, die der BLSV an den DOSB dann als "Judoka" meldet, fehlen dann aber natürlich bei der Meldung des BJV an den DJB und tragen zur Meldediskrepanz bei.

Des weiteren habe ich den TSV Kleinschwarzenlohe in Bayern gefunden, der seine Trainer mit einer Ü-Leiterlizenz des BLSV ausgestattet hat.

http://www.ddk-bayern.de/ddkmagazin52.pdf Bericht ab Seite 20

Des weiteren den TSV Feucht, mit der BLSV Vereinsnummer 50168, der Judo im DDK Bayern betreibt und im bayrischen Verband nicht gemeldet ist.

http://www.judokas-feucht.de/
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Hofi »

Hi!
Ich gehe davon aus, dass mein Wissenstand auf einem Schluss aus § 41 Abs. 3 der BLSV-Satzung beruht:
(3) Die Sportfachverbände betreuen die Mitglieder
im Sinne von § 8 in sportartspezifischer Hinsicht.
Sie vollziehen das Teilnahmerecht am Wettkampf-,
Spiel- und Sportbetrieb.
Was die anderen zugeordneten Sportarten angeht, die werden zum Teil als Sektionen im BJV betreut. Die Sektionen selbst sind dann stimmberechtigt und beitragspflichtig an den BJV. Soweit kenne ich die Satzung. Ob das dann in Form von Jahressichtmarken der Fall ist (so dass sie dann ja auch wieder im DJB auftauchen würden) kann ich Dir aber nicht sagen.
Bis dann
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Re: Verbandsgeschichte(n): Deutscher Judo Bund

Beitrag von Tirant lo Blanc »

"Was schreibt denn der DJB auf seiner homepage zu seiner Geschichte?

Wir lesen:
"So entstand schließlich 1932 der Deutsche Judo-Ring, der allerdings bereits 1933 in das Fachamt Schwerathletik des Deutschen Reichsbundes eingegliedert wurde. In den Jahren des Nationalsozialismus wurde bis 1941 jährlich eine deutsche Meisterschaft ausgerichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Judo zunächst, weil es als Kampfsportart galt, von den Alliierten verboten. 1953 gründete sich schließlich der Deutsche Judo-Bund in der BRD und 1958 der Deutsche Judoverband in der DDR. Ende 1990 schloss sich der der Deutsche Judoverband dem Deutsche Judo-Bund an, der heute als einziger nationaler Verband vom Kodokan anerkannt ist."" (Kanou65m).
1932 wurde Judo überhaupt erst in Deutschland eingeführt und wirksam verbreitet. Die Erste Internationale Frankfurter Judo-Sommerschule des Jahres 1932 von Alfred Rhode gilt offiziell als Gründungsdatum des Judo in Deutschland. Der Judo-Sport wird im Jahr 2012 somit in Deutschland 80 Jahre alt, nicht 90 Jahre, wie fälschlich unter Rückgriff auf die Vereinsgeschichte der damaligen Jiu-Jitsu-Vereine in Frankfurt am Main, Berlin und Wiesbaden behauptet wird, die sich erst nach 1932 in Judo-Vereine umbenannten.

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