Verschiedene Kata - Doyukai Kata-Demnstration 2006 und Historische Aufnahmen

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tutor!
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Verschiedene Kata - Doyukai Kata-Demnstration 2006 und Historische Aufnahmen

Beitrag von tutor! » 04.11.2016, 23:26

In Japan gibt es die "Doyukai", die Vereinigung der Freunde des Weges. Es ist eine Organisation, der weit überwiegend ältere Judoka angehören, darunter auch äußerst angesehene hohe Dan-Träger. die Doyukai ist sehr eng mit dem Kodokan verbunden und hält ihre regelmäßigen Veranstaltungen im Kodokan ab. Der nachfolgende Link zeigt eine ganze Reihe von Kata einschl. Tenjin-shinyo-ryu und im Nachspann einiges zur Kodokan-Goshinjutsu.

https://www.youtube.com/watch?v=1LQIU-U4gOY
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

HBt.
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Bilder einer Ausstellung

Beitrag von HBt. » 05.11.2016, 11:37

Toll :D
gefällt mir sehr, auch wenn ich erst zehn Minuten gesehen habe ;-)

Ojemine, "die Suche endet nie."

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MIST :-(

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 10:16

Nage no kata:

Ukiotoshi

Bitte Standbilder ansehen, ab 14:16 min mag ich nicht mehr weiter schauen. Es existiert (eigentlich) kein Grund warum Uke sich selbst ... überschlägt, hier stimmt nichts.

Schön das Nage no kata beidseitig ausgeführt wird - und wir Videoaufzeichnungen kennen ... links wird es noch eindeutig sichtbarer, bei der Rechtsausführung können wir allerdings den KSP Ukes besser orten ...

Beim Haraigoshi ist für mich Ende, meine Geduld am Ende :BangHead


Sorry, für den Smilie

Kodokan Goshinjutsu, habe ich besser in Erinnerung ... Bei der Ju no kata (ab 30 Min) ist wirklich Schluß, da springe ich rüber ...
"Und bitte, ich kann meine Kritik verständlich untermauern - detailliert."

Einzig und alleine ist es grundsätzlich schön, wenn wir uns bewegen, auch (und besonders) in höherem Alter. Aber hier reihen sich die "fragwürdigen Beispiele".

Koshiki no kata:

Positive Ausnahme, viele Details wurden deutlich heraus gearbeitet (und dargestellt) ... Tori nimmt viel Rücksicht auf seinen wesentlich älter wirkenden Uke, wären beide zwanzig Jahre jünger ... :D

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Ab der 46en Minute

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 10:44

Sehen wir Ochiai Sensei,

Nage waza ura no kata

Ohne jeden Zweifel, klasse :-)

Hal Sharps Musikgeschmack und die jeweiligen Zeitlupen unterstreichen die Klasse und machen das verlinkte Video wieder wertvoll(er).

Die Zeitlupe ist allerdings auch ein Nachteil, man erkennt was nicht wirklich echt ist* - auch hier, leider ... trotzdem gefällt's mir - Zeitlupen spiegeln auf gar keinen Fall die Dynamik, Kräfte, psychologische Aspekte wieder ... was wirklich abgeht,
kann man von außen nicht beurteilen.

Man müßte selbst Uke sein.


*die Adresse der Kritik ist Uke, nicht Tori

Ab 60 Min.
Go no kata: Muss man (heute) als Referenz ansehen - klasse. Die wahrscheinlich älteste Form des Kodokan-Judo (Datierung ca. 1885) passt gut zu den ersten zwei Kata dieses Video. Interessieren würden mich brennend die 10 ursprünglichen Formen der Nage-waza, detailiert.



#
anschließend wird Hal melancholisch (verstehe ich aber gut) und zeigt uns aus seiner alten Filmkiste ...

Sharps Videos sind seit bald zwanzig Jahren bekannt, jetzt kommt Youtube ins Spiel
Zuletzt geändert von HBt. am 07.11.2016, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: MIST :-(

Beitrag von tutor! » 07.11.2016, 11:05

HBt. hat geschrieben:"Und bitte, ich kann meine Kritik verständlich untermauern - detailliert."
Bitte nicht! Denn natürlich könnte man zu den einzelnen Aktionen eine Analyse machen und die Mängel in den Ausführungen herausstreichen.

Es ist wohl eine typische deutsche Eigenheit, immer erst einmal auf das zu schauen, was andere nicht können oder nicht so gut hinbekommen. Schaut sich der typische Deutsche eine Kata an, verfällt er praktisch automatisch in dieses Muster. Dabei wird dann oft übersehen, dass er mit einer vollkommen unangemessenen Messlatte herangeht.

Dies ist kein Lehrfilm und die Demonstrationen sind auch nicht als "gute Beispiele" gedacht. Wir haben es hier mit einer breitensportlichen Veranstaltung zu tun, bei der einige Judoka einen Beitrag leisten, indem sie eine Kata demonstrieren. Eine Kata zu demonstrieren - auch in einem solchen Rahmen - ist durchaus üblich in Japan. Dort wird eine Demonstration aber auch mit vollkommen anderen Augen von den Zuschauern wahrgenommen.

Zunächst einmal wird anerkannt, DASS überhaupt jemand eine Kata demonstriert. Generalisierende Formulierungen wie "der kann das nicht" oder "das ist schlecht" usw. sind mir dort noch nie zu Ohren gekommen. Eine angemessene Formulierung ist allenfalls "das hat er nicht so gut hinbekommen" wobei Fremdkommentare ohnehin eher selten sind. Viel häufiger tritt an die Benennung von Schwächen, die Nennung des Ziels: "Es ist bei dieser Technik wichtig, dass..."

Dazu kommt, dass es im Kodokan eher weniger üblich ist, (nur) einen festen Partner zu haben, mit dem man eine Kata einstudiert. Man macht eine Kata oft spontan mit irgendjemandem, der gerade verfügbar ist. Es ist mir schon mehrfach passiert, dass ich spontan gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, diese oder jene Kata einfach mal zu machen. Natürlich kommt man dem nach! Bei derartigen Gelegenheiten ist natürlich die erreichte technische Qualität begrenzt, weil man als Uke geneigt ist, mehr zu "helfen", als man eigentlich sollte, während man als Tori besondere Rücksicht nimmt, und niemanden aus Versehen verletzen möchte. Das gilt insbesondere, wenn man mit deutlich älteren Partnern übt.

Hier in Deutschland sieht die Welt ja doch ein wenig anders aus. Wer demonstriert denn hier schon öffentlich eine Kata? Für viele ist der Zwang zu einer Demonstration der Hauptgrund, keine Danprüfung machen zu wollen, Kata-Lehrer demonstrieren auch selten selbst - jedenfalls nichts im Zusammenhang - jedoch tut am Ende manche/r so, als sei sie/er DER große Experte.

Und noch einmal: Ja, es sind viele Dinge zu sehen, die man aus technischer Sicht zurecht bemängeln könnte, aber man muss auch sagen, dass die Zahl derer, die in Deutschland in vergleichbarem Alter eine vergleichbar gute Demonstration hinbekommen, sehr dünn gesät ist.

Anmerkung: während ich dies geschrieben habe, hat HBt. auch einige positive Anmerkungen zu einigen Kata gemacht. Das sollte erwähnt werden....
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Kritik

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 11:12

Tutor!
und ich überschneiden uns.


Selbstverständlich betrachte ich das Video und die Aufnahmen in einem angemessenen Kontext.
Anmerkung: während ich dies geschrieben habe, hat HBt. auch einige positive Anmerkungen zu einigen Kata gemacht. Das sollte erwähnt werden....
Ich könnte ausnahmslos positive Kritik üben, ausnahmslos.

Tutors! Kritik und Klarstellungen könnten ebenso meine sein, auch das sollte man nicht vergessen.


Gruß,
HBt.

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Re: Verschiedene Kata - Doyukai Kata-Demnstration 2006 und Historische Aufnahmen

Beitrag von Fritz » 07.11.2016, 11:31

tutor! hat geschrieben:Es ist wohl eine typische deutsche Eigenheit, immer erst einmal auf das zu schauen, was andere nicht können oder nicht so gut hinbekommen.
Nun ja, aber irgendwie ist doch bei diesen Kata-Wettkämpfen doch auch das Bewertungssystem genau so:
Es gibt einen Katalog an Fehlern und dafür gibt es Strafpunkte - oder wurde das inzwischen geändert?
Also als typisch deutsch würde ich es nicht ansehen, sondern als typisch für das zeitgenössische Verständnis von Kata u. Judo ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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typisch deutsch!?

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 11:55

Tutors! Vehemens ist absolut verständlich,
er demonstriert regelmäßig - stellt sich auch den Wertungsrichtern ... und hat eine Affinität zur Ju-no-kata

Das Nage-no-kata-Beispiel kann man ruhig auseinander nehmen, bei der Ju no kata (bin ich mir unschlüssig, das liegt aber an meiner Sichtweise zur Ju-no-kata und meinem eigenen Studium, ebenso Demonstrationen und Lehre) und den folgenden Beispielen -> glaube ich, wird man ungerecht und möglicherweise anmaßend.
(...)
Wer demonstriert denn hier schon öffentlich eine Kata? Für viele ist der Zwang zu einer Demonstration der Hauptgrund, keine Danprüfung machen zu wollen, Kata-Lehrer demonstrieren auch selten selbst
(...)
Warum sollte der ZWANG zu einer Demonstration der (vorgeschobene) Grund sein, keine Danprüfung abzulegen???

Mit Sicherheit wären Kata-Demonstrationen gute Einrichtungen, vor und nach irgendwelchen EVENTS. Schade, man könnte zeigen, was es mit dem System Kodokan-Judo auf sich hat - oder auch nicht, wer sollte es verstehen (?). Es wäre eine unspektakuläre Show ... auf einem Volksfest - und dort geht es nur um den Konsum von Bier und Würstchen.

Mentalitäten
oder Ansprüche,
um irgend etwas geht es ... aus breitensportlicher Sicht ist alles gut.
(...) sondern als typisch für das zeitgenössische Verständnis von Kata u. Judo ;-)
Fritz hat ebenso recht und trifft den Nagel auch auf den Kopf.

:dontknow

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Der richtige Spirit

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 14:04

positives Beispiel
https://www.youtube.com/watch?v=q9SfzhSDjBw

#
Benötigt Kodokan-Judo (diesen) Exhibitionismus ???

Alles liegt einzig und alleine im Auge des Betrachters. Vielleicht hätte Kano Jigoro sein Judo zu Hause lassen sollen ---> die oft geäußerte Kritik, der cargo-kultigen Handlungen ist gerechtfertigt.

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