Da waren jetzt viele Antworten seit gestern.....
Der Vergleich von Ronin mit dem Trainieren in der Bahn ist ziemlich gut. Auch das Stehen in der Kata sollte so ein, wie in der Bahn

. Nicht mit durchgedrückten Knien, sondern mit ganz leicht gebeugten Knien, so dass Knie und Hüfte stets bewegungsbereit sind. Bereit eine plötzliche Störung des Gleichgewichts - z.B. ein Rumpeln der Bahn, oder aber einen gegnerischer Angriff - ausgleichen zu können.
Beim Tanzen geht es auch um Bewegung mit zentriertem nicht schaukelndem Körper und um perfekte Balance (Zentrierung) in der Bewegung. Insofern gibt es auch hier Parallelen. Das Konzept, das dahinter steckt ist "Hontai", aber das führt im Moment etwas weit. Aber ihr könnte ja mal nach "Hontai no maki" googeln. (Aber nicht, dass jetzt einer behauptet, ich hätte gesagt, eine Kata müsse getanzt werden

)
Zu den Eingängen. Es geht darum, Uke aus dem Gleichgewicht zu bringen und gleichzeitig den optimalen Wurfabstand herzustellen. Wie die Schritte konkret gesetzt werden müssen hängt dabei u.a. vom Größenverhältnis der Ausführenden ab. Ich kann Euch aber versichern, dass der Kodokan die Kata zu keinem Zeitpunkt in diesem Punkt "geändert" hat. Wenn es hier Phasen gab, in denen an bestimmten Orten in Deutschland Änderungen kolportiert wurden, dann waren dies hausgemachte "Änderungen".
BTW: der Kodokan kennt (offiziell) keine Bezeichnungen für unterschiedliche Eingänge. Der Kodokan kennt z.B. insbesondere keinen "Kodokan-Eingang"

Der Kodokan vermittelt die Eingänge eigentlich immer situationsabhängig. Dabei machen sie mitunter auch einen Eingang, der umgangssprachlich als "mawari-komi" bezeichnet wird, und den wir als "Kawaishi-Eingang" bezeichnen. Kawaishi hat übrigens auch andere Eingänge gemacht....
So etwas wie "pulling out" ist dem Kodokan fremd - als Begriff! Aber der erste Lehrer, den ich sah, der seine Techniken so gemacht hat, war T. Hirano, später kam I. Okano und diese Art des Eingangs wurde populärer. Gemacht haben sie es immer, aber streng genommen haben sie alle immer nur im richtigen Moment den richtigen Abstand hergestellt, das Gleichgewicht gebrochen und geworfen.
Und die Europäer haben dann den Namen "pulling-out" dafür erfunden.....

- aber ich glaube es waren die Engländer
Aber jetzt höre ich auf und sage auch allen ein herzliches

- sitze nämlich gerade in einer Kneipe und hab mir nach einem richtig guten Training jetzt ein

verdient.
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Aber nicht, dass jetzt ein falscher Zungenschlag hineinkommt. Systematisierung ist wichtig und hilfreich. Man muss nur aufpassen, dass es nicht zu einer Dogmatisierung ausufert. Eine Systematisierung muss man immer mit den Augen sehen und dem Maßstab messen, der dieser Systematisierung zu Grunde liegt. Systematisierung ist niemals der Fehler - nur die falsche Anwendung eines systematisierenden Gedankens bzw. dessen Überinterpretation.