Randoriformen im Stand für ältere Judoka

Hier geht es um die Trainingsgestaltung,-methodik,-formen.
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Bodnus Carlsen
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Randoriformen im Stand für ältere Judoka

Beitrag von Bodnus Carlsen »

Hallo, ich suche Randorivarianten im Stand für ältere Judoka - sowohl Wiedereinsteiger als auch Neulinge. Die Varianten sollten idealerweise
  1. sicher sein, damit sich keiner verletzt,
  2. sicher aussehen, damit alle mitmachen,
  3. ein Kräftemessen und Spaß am Kämpfen ermöglichen,
  4. offensives Judo fördern.
Wer hat Ideen, Links, ...?
HBt.
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Re: Randoriformen im Stand für ältere Judoka

Beitrag von HBt. »

Schränke die erlaubten Techniken (gezielt) ein!

Ouchigari ist sicher ...
Ogoshi
ohne Niederwurf

setze auf rechts und links ...

also die Koordination!

Geschickte Platzwechsel und passende Kumikata ...
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Fritz
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Re: Randoriformen im Stand für ältere Judoka

Beitrag von Fritz »

- Kontertechniken / Blocken beschränken,
- Angriffsrecht festlegen, nach Wurferfolg dann dem Geworfenen geben,
- Festlegen, daß jede benutzte Technik max. ein- oder zweimal eingesetzt werden
darf.
- permanent Lockerheit und viel aktive Arbeit mit den Händen anweisen
Mit freundlichem Gruß

Fritz
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nur_wazaari
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Re: Randoriformen im Stand für ältere Judoka

Beitrag von nur_wazaari »

Ich habe meine ebenfalls sehr gemischte Truppe damals häufig ausschließlich mit Ashi-waza arbeiten lassen, idealerweise nach entsprechenden Technik-Einheiten inkl. Koordinationsübungen etc.. Aus Tachi-waza Situationen resultierende Verletzungen hatten sich minimiert, Koordination und "Judoverständnis" ink. Ukemi ließen sich damit gut entwickeln. Hin und wieder kann man auch die Kumi-kata vorgeben, wobei das mit steigender Erfahrung der Übenden eine individuelle Frage wird (Coaching!). In etwa:

- Ashi-waza nicht erzwingen, sondern passende Situationen schaffen und nutzen, dabei hin und wieder anleiten, korrigieren, loben...
- Übergang in Ne-waza erlauben
- Instabile Angriffe immer mit Ashi-waza kontern, immer nachsetzen, eigene Angriffe immer vollständig ausführen oder wieder eine stabile Ausgangssituation einnehmen
- Gezielte Übungsformen zur Vorbereitung und Übung auswählen; Gleichgewicht; Koordination; Rhythmus; Auslage; Kumi-kata...
- Tori-Uke Konstellation beachten (Ji Ta Kyo Ei!); Abweichungen von den Vorgaben im Sinne des Fortschritts auf jeden Fall zulassen
- je nach Gruppe aber auch frei gestaltbare Randori ermöglichen

[...]

Meine bundesligaaffinen Nachfolger:innen setzen im Übrigen fast nur auf Physis und Härte. Das ist definitiv nichts für Ältere, Anfänger:innen und Leute, die Judoprinzipien lernen und erfahren wollen. Aber machste nix.
.
HBt.
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Methodik & Formen

Beitrag von HBt. »

(...)
Wiedereinsteiger als auch Neulinge
(...)
Für mich lautet die entscheidende Schlüsselfrage: Was bringen die TLN (also die "älteren" Üblinge) mit? Unter welchen Sternen steht meine Aufgabe ("ich" als verantwortlicher Übungsleiter /Trainer !). Ist die Truppe homogen? Homogen in mehrfacher Hinsicht ...

#
Man kann nur schwer "Tipps & Tricks" oder gar eine benannte Form (Variation des Begriffes und der Übungsthematik "Randori" - der Methode) angeben.
Je mehr man im klassischen Sinne der Benennung "Randori", am Randori selbst herumdoktert, desto mehr nähert man sich unweigerlich dem Yaku-soku Geiko.

Was bringt jeder einzelne Teilnehmer (ältere Neueinsteiger & Wiederaufnehmer) mit???

Willst Du Verletzungen in Kauf nehmen oder vermeiden? Übereifer, Selbstüberschätzung und oftmals ein fehlerbehaftetes Verständnis führen beinahe ausnahmslos nicht zum gewünschten Erfolg: dem Erhalt der Bewegungsfähigkeit, bzw. der teilweisen Wiederherstellung eines gesunden Bewegungsapparates.

Nur ein gesunder, beweglicher Körper und Organismus
kann "kämpfen bzw. sich selbst verteidigen". Falls es um den sportlichen Wettkampf oder um die Selbstverteidigung (im Fokus) gehen sollte, ist dieser Aspekt überaus wichtig.

Bei uns "Alten" (oder älteren Neu-u. Wiedereinsteigern) dreht sich alles nur noch um die Gesunderhaltung oder die Wiederherstellung längst verlorener Fähigkeiten.
sicher sein,
damit sich keiner verletzt,
sicher aussehen,
damit alle mitmachen,
ein Kräftemessen und Spaß am Kämpfen ermöglichen,
offensives Judo fördern.
Es soll sein und es soll aussehen;
  • damit jeder TLN mitmacht!
    damit ein offensiver Kampf(stil) befeuert wird!
Das finde ich (im Erstkontakt) bedenklich.
HBt.
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Das Kräftemessen (und Spaß /Freude dabei empfinden)

Beitrag von HBt. »

ein Kräftemessen und Spaß am Kämpfen ermöglichen,
Geht es um herzliches (gesundes) Lachen? Oder um Sieg und Niederlage, also der Eitelkeit: Ich bin besser als Du!
@Bodnus Carlsen
Kannst Du Deine Gruppe ein bisschen näher beschreiben(?), wie alt sind sie, welche Sportarten betreiben sie, wie ist die biologische Geschlechtsverteilung gelagert, Männchen & Weibchen, Größe, Statur, Wuchs, vollzeit erwerbstätig, teilzeit erwerbstätig, Rentern, Pensionär ... dumm, schlau ... gemein, angenehm ... Menge (Anzahl der TLN) ...

Was möchte jeder Einzelne eigentlich erzielen, warum kommt "es" zur Übungsstunde, besucht es die ... u.s.w.

einmal pro Woche, mehrmals pro Woche, oder gar am Tag ???

#
Pauschal kann man Deiner Eingangsfrage nur sehr oberflächlich (unter die Arme greifen) begegnen.

Verstehst Du?
Wir brauchen mehr Professionalität, neben dem Engagement und der Liebe (Hingabe zur Disziplin ...) - mache Dich schlau/kompetent.
Zuletzt geändert von HBt. am 19.04.2026, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
HBt.
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Randoriformen: für ältere Judoka u. Anfänger

Beitrag von HBt. »

Nimm das THEMA mit
in die nächste Übungsleiter- oder Trainer-Fortbildung.

Mit dieser speziellen Thematik kann man sich sehr umfassend bereits eine ganze Woche theoretisch und praktisch auseinandersetzen. Eine "Universallösung" gibt es nämlich mit ziemlicher Sicherheit nicht.
Bodnus Carlsen
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Re: Randoriformen im Stand für ältere Judoka

Beitrag von Bodnus Carlsen »

Ich kann kurz auf meine Gruppe eingehen, aber ich denke, dass eine Sammlung von Ideen, die ich (oder jeder andere) dann an die eigene Gruppe anpassen kann, vermutlich effizienter ist.
Die Gruppe besteht aus Judoka von ca. 16-55 Jahren, weiß bis schwarz, einige wenige aktive Wettkämpfer (bis Bezirks-/Landesebene), Judoerfahrung von 0 bis 30+ Jahren, überwiegend männlich, aber ein paar Frauen sind auch dabei, Vorerkrankungen/Verletzungen individuell verschieden... Alle sind berufstätig oder Schüler/Student. Der Fitnesszustand ist ähnlich divers wie die Judoerfahrung (fitte und weniger fitte Gelbgurte, gleiches gilt für die Schwarzgurte).
HBt.
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Re: Randoriformen im Stand für ältere Judoka

Beitrag von HBt. »

... es liegt also eine bunte Mischung vor, scheinbar völlig inhomogen, aber mit teilweise geballter Judokompetenz.

Eine QR-Kodierung wäre also zeitgemäß, so das jeder TLN (m/w/d) schnell mittels YT-Video sieht was jetzt als individuelle (für ihn angepasste, zugeschnittene) Form der Methode Randori (am heutigen Tag) ...

So geht /funktioniert das einfach nicht.

Eine Auflistung aller denkbaren Variationsmöglichkeiten sind nicht zielführend - darüber hinaus existieren noch keine Namen für die (teilweise auch aus dem Stehgreif) unendliche Variationsbreite, der Möglichkeiten.


Randori
ist* ein Spiel, ein Geschicklichkeitsspiel - ich gehe davon aus, dass im Jahr 2026 niemand mehr auf die Idee kommt das Randori als "Übungskampf" zu bezeichnen.

Ulrich Klocke
hat
vor 20 Jahren ein Skript zum Thema Randori verfasst und praktisch auch vermittelt was er darunter als angewandte Methodik verstand.


Nimm Kontakt auf!



Psst.
n=?
Die Menge: 3 TLN bis n TLN ? Und die Verteilung ist noch ein weiteres, essentielles Kriterium (für die Vorgehensweise).

NRW,
das Judoland?! Dort kann man sich doch auch kompetenten Rat einholen ...


Tipp(?):
Setze den kompetenten Judoka Schlafbrillen auf und verbiete ihnen jegliche finale Wurfausführung, lass den Anfänger (von der Paarung) nur ein festes T-Shirt tragen ...


:dontknow
Ich kann Dir nicht helfen,
der Komplex "Randori" (oder auch Judo mit älteren Semestern, Anfängern oder Wiedereinsteigern) ist seit vielen Jahren abgefrühstückt.


Entschuldigung.



*
sollte in erster Instanz ein koordinatives Spiel sein, natürlich kann es (je nach Ebene) auch um Durchsetzungsvermögen ... etc.pp. gehen.
Zuletzt geändert von HBt. am 20.04.2026, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.
HBt.
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Die Trainingsgestaltung

Beitrag von HBt. »

Gestaltung - Umsetzung


Der für mich wichtigste Punkt wäre,
die einzelnen Beweggründe der TLN zu kennen - warum kommen sie zu diesem Judotraining, zu dieser Einheit, die ich führe und initial gestalte (?).

Existiert ein Ziel? Welches?!
(...)offensives Judo fördern.
Dieses Ziel kann niemals das Ziel des Individuums (dieser hier vorliegenden, exemplarischen Gruppierung) sein, oder?

Definiere "offensives Judo".
Soll der Schwerpunkt in der Angriffslust liegen, also angstfrei und eben angriffslustig?


Das WAS, WIE und WARUM
muss man als ÜL/TR
schon wissen /kennen, bevor man ... an die Arbeit geht /loslegt.
HBt.
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Die Sammlung - auf der Suche

Beitrag von HBt. »

Ein Kompendium
(...)ich denke, dass eine Sammlung von Ideen, die ich (oder jeder andere) dann an die eigene Gruppe anpassen kann, vermutlich effizienter ist.
zu Randori-Formen, also methodische Vorgaben - Einschränkungen des Begriffes "Ran-dori".

ein DJB-Online-OneClick Kompendium,
auch als SmartPhone-App,
wäre durchaus denkbar und zeitgemäß.

Eigenständiges Denken (und Handeln) würde konsequent abgeschafft werden - das passt in die ausgehenden 20er Jahre dieses Jahrhunderts sehr gut hinein.



Hier ein mittlerweile altes Heftchen zum Komplex:
https://www.amazon.de/Randori-lernen-un ... 280&sr=8-2

"Jenny G.
Randori lernen & unterrichten"
HBt.
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Ausgewählte Artikel zur Judo-Übungsform RANDORI

Beitrag von HBt. »

zusammengestellt von Ulrich Klocke,
im Februar 2008

Das ist der 47seitige Lesestoff, den man ausnahmslos empfehlen kann.



In der letzten Nacht habe ich dreimal in einen meiner Kartons gegriffen:

1. obige Text-u. Aussagensammlung, Ulrich Klocke
2. Randori (lernen und unterrichten), DJB Schriftenreihe Band1, von Jennifer Goldschmidt & R. Lippmann, 2011
3. Der Weg zum Erfolg (JUDO), von Gunter Bischof & Norbert Schöllhorn, 2010


Besonders hervorheben muss man die Gedanken von Dr. Riccardo Bonfranchi zum Thema "Randori"; von 5 bis 75 Lebensjahren, Verhaltensweisen für ein "gutes Randori" ..!

Ulrich K. hat
hier (unterstützend zur damaligen APO) den Fahrplan (zum /und für das Randori) schriftlich fixiert.
HBt.
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dynamisch

Beitrag von HBt. »

offensiv = angstfrei

Keine Angst hat man u.a. durch "Selbstsicherheit, Sicherheit" - keine Schmerzen, Vertrauen in die eigenen (körpereigenen) Fähigkeiten

schmerzfrei = Freude

Ein sicherer Rahmen (die Regeln) muss (müssen) gegeben sein
und
man muss perfekt fallen können, d.h. die Falltechnik (Techniken) in alle erdenklichen Richtungen beherrschen, damit Randori überhaupt erst stattfinden kann.


Schmerzfrei,
sicher fallen können, den Fall und Sturz beherrschen - auch ein guter Wurf führt zu einem guten, sicheren Fall.


Gut geführtes Randori, bis hin zum völlig freien Spiel, bedingt das UKEMI. Randori & Ukemi sind also EINS.


@Bodnus Carlsen
Du musst also doch jedes einzelne Mitglied der Randori-Truppe, die bunt gemischte Mannschaft, ganz genau kennen. Kennst Du ihre Stärken (und Schwächen), auch ihre Motivation, dann kannst Du professionell arbeiten, andernfalls bleibt alles an der Oberfläche und wird entweder zum Pillepalle oder sogar gefährlich und damit kontraproduktiv.

Was willst Du, und was will der Einzelne ... erzielen ?.

Progression!
(im Leistungssport, im Breiten- oder Freizeitsport, in der REHA - Wiederherstellungsphase der verlorenen Fähigkeiten)


Eine alleinige Aufzählung, bzw. eine LINK-Sammlung von "bewegten" Beispielen, katalogisiert und parametriert, wird es wahrscheinlich noch nicht im Internetz geben. Das wäre aber grundsätzlich einmal ein erstklassiges, interdisziplinäres Arbeitsthema. Medizinisch, sportwissenschaftlich und medientechnisch' eine Herausforderung. Mindestens eine Masterarbeit wert.
HBt.
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Ausdruck

Beitrag von HBt. »

Randori
ist die schönste und höchste Übungsform des Kodokan-Judo

Also
auch ein Dialog und eine Ausdrucksform ..!


Der Lehrer, ÜL /TR muss seine Schützlinge (5 bis 75 Lenze) an dieses Spiel, den Tanz, den Ausdruck, die Kommunikation - die freie Bewegung (mit dem Ippon als Ziel) heranführen.

Das Randori muss gelernt werden und das Unterrichten ebenfalls,
jenes
war die damalige Maxime.


Der unkomplizierteste Weg dorthin besteht im absichtslosen Tun, einfach machen.
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