Christopher hat geschrieben:renegat hat geschrieben:
Der Drehpunkt des Armes ist die Schulter - zu einem Teil;
( In diesem Moment ist das Schwert weit entfernt vom Drehpunkt
und bewegt sich relativ langsam )
Der Ellenbogen ist der zweite Drehpunkt, wenn der Arm
beim Schlag gestreckt wird. ( Je näher sich der bewegte Gegenstand am Drehpunkt befindet, desto schneller bewegt er sich )
Physikalisch gesehen ist das völlig verkehrt. Warum fangen bei zu langen Propellern zum Beispiel die Enden während des Fluges an zu glühen? Soll das daran liegen, dass sie so langsam sind? Bei einer kreisartigen Bewegung sind doch die Punkte, die am weitesten außen sind eben diejenigen, die die längste Strecke zurücklegen.
Natürlich ist das nicht richtig, aber Du machst auch einen kleinen Denkfehler. Wenn man einmal vor drei Drehpunkten ausgeht, dann liegen ja zwei dieser Drehpunkte (Schulter und Ellbogen) nicht innerhalb des Schwertes selbst. Es kommt auf den Abstand z.B. von Schwertspitze zur Schulter an, der ja wiederum vom Winkel Unterarm/Schwert abhängt. Die rechte Hand könnte man als dritten Drehpunkt betrachten, der Näherungsweise auf dem Schwert liegt, namlich genau dort, wo gegriffen wurde.
Die dahinter stehende Biomechnik ist komplex, da sowohl eine hohe Aufprallgeschwindigkeit des Katana als auch danach noch eine - sagen wir etwas unwissenschaftlich - "Zugreserve" zum Schneiden vorhanden sein muss. Beim Fechten mit einer Hiebwaffe, wie einem Shinai, geht es darum, eine besonders hohe Aufprallgeschwindigkeit zu erreichen, da die kinetische Energie mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zunimmt. Beim Abbremsen durch den Treffer wird die kinetische Energie in Verformungsarbeit umgesetzt, die sich auf Shinai und Treffer-Gegenstand im Verhältnis 50/50 verteilt (3. Newton´sches Gesetz).
Mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitsaufnahmen kann man das deutlich sehen.
Im Moment des Treffers bilden Shinai und Arme eine fast gerade Linie, aus der heraus ein "Durchziehen" zum Schneiden nicht mehr möglich ist.
Anders mit einem Katana:
(ab etwa 4:50 und später ab ca. 7:10 und 7:50)
oder:
oder:
oder etwas schneller auf dem von bereits geposteten Link:
Wobei ich jetzt dazu sagen muss, dass meine "Schwertkompetenzen" in der Praxis eher rudimentär sind, aber Vorstellungen wie:
renegat hat geschrieben:Im Moment des Auftreffens auf das Ziel, wird der Drehpunkt in den Griff wie folgt gelegt. Die linke Hand zieht den Griff zum Ausführenden und die linke Hand drückt den Griff nach vorne. Dadurch entsteht ein Drehpunkt im Griff und der Schlag erhält eine unheimliche Schnelligkeit.
zeugen von vollkommener physikalischer Unkenntnis, denn im Moment des Auftreffens wird das Schwert nicht schneller, sondern abgebremst.....
Oder:
renegat hat geschrieben:Die Schnelligkeit des Schwerthiebes mit dem Katana wird durch die verschiedenen Drehpunkte addiert - Vektoriell
Eine vektorielle Addition verschiedener Drehpunkte....... ich wusste bislang gar nicht, dass man einen Drehpunkt als Vektor darstellen kann.
renegat hat geschrieben:Ob nun ein Gerade, eine Ellipse oder ein Halbkreis geschlagen wird hängt von vielen Faktoren ab. Größe Toris, Ukes, Distanz
Oh Gott:
- für eine Gerade brauche ich mindestens zwei Drehpunkte gleichzeitig, um die in gegenläufiger Richtung gedreht werden muss.
- bei einem Halbkreis habe ich genau einen Drehpunkt und
- eine Ellipse erhalte ich mit zwei festen, zueinander unbeweglichen Drehpunkten und zwei in der Länge variablen Schenkeln, deren Summe jedoch konstant ist
Eigentlich wollte ich es ja nicht kommentieren, aber bevor noch mehr Unsinn verzapft wird....