Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm

Hier geht es um Techniken, deren Ausführung und Beschreibung
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kastow
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm

Beitrag von kastow »

Wer nur konsumiert, hat ja auch nichts besseres verdient. ;) Besagte DVD bringt mit anschließender ehrlicher Video-Selbstanalyse reichlich.

Ich stelle mir allerdings die Frage, wer all die Korrekturen ehrenamtlich und fachlich kompetent leisten könnte. Darum der Vorschlag "anders herum".
Herzliche Grüße,

kastow

Since the establishment of Kôdôkan jûdô, jûdô has become something that should be studied not only as a method of self-defence but also as a way of training the body and cultivating the mind. (Jigorô Kanô: MIND OVER MUSCLE)
tutor!
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm

Beitrag von tutor! »

kastow hat geschrieben:Ich stelle mir allerdings die Frage, wer all die Korrekturen ehrenamtlich und fachlich kompetent leisten könnte. Darum der Vorschlag "anders herum".
Ich bin vor einigen Jahren einmal gefragt worden, was denn ein Verband noch tun könnte, um Vereinen weiterzuhelfen. Damals habe ich ein Coaching-Programm angeregt. Daraus geworden ist aber nichts.

Das Problem ist, dass wir uns zu sehr auf den Input konzentrieren und weniger auf das, was unter dem Strich herauskommt. Lehrmedien zu erstellen ist Inputsteuerung - und das reicht eben nicht.

Wieviel ist es eigentlich einem Verein wert, wenn er ber einen Zeitraum vor sagen wir einmal drei Jahren folgende Leistungen erhält:
  • Beratung für die verschiedenen Funktionsbereiche (Kasse, Presse, Mitgliederverwaltung, Versammlungen/Sitzungen, usw.)
  • Qualifizierung seiner Übungsleiter über das Angebot des Verbandes hinaus in technischer
  • und didaktischer Sicht.
  • Angebotsstruktur des Vereins überarbeiten
  • ...
Je nach Größe eines Vereins wäre auch denkbar, dass sich zwei oder mehr Vereine zusammenschließen und gemeinsam so ein Coaching-Programm durchlaufen.

Ich bin sicher, man könnte hierbei eine wirkliche Nachhaltigkeit erreichen, während bislang ja oftmals alle möglichen Anstrengungen und Aktivitäten mit geringer Wirkung verpuffen.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)
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kastow
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm

Beitrag von kastow »

Ich bezweifle allerdings ernsthaft, dass sich Vereine, die zuvor schon nicht einmal den Input konsumiert haben, dann ein Vereins-Coaching nutzen werden, welches noch mehr Einsatz verlangt. Letztendlich bleibt es wohl dabei, dass Einzelne mehr Aufwand betreiben und so ggf. zusammen mit ihren Trainingsgruppen voranschreiten und andere mit ihrem angeblich hohen Qualitätsstandart zufrieden stagnieren. Den Lernwilligen hilft bei den meisten Problemen auch gutes Lerhmaterial.

Gehen wir das Ganze doch einmal von der praktischen Seite an. In wie vielen Vereinen wird wohl De-ashi-barai noch mit der Lenkradbewegung unterrichtet. Die NWJV-Methodik-DVD zeigt nicht nur die Grenzen dieser Bewegung auf sondern bietet auch bessere Alternativen. Wieso sollte ein ehrenamtllicher Coach nun immer wieder dieses Detail korrigieren. In den Fällen, in denen das Lehrmaterial nicht mehr greift, ist ein zusätzliches Coaching - virtuell oder real in entsprechenden Zentren (ich meine nicht Wettkampfstützpunkte) - sicherlich sinnvoll. Die Grundlagen sollten aber meines Erachtens möglichst einfach für alle verfügbar sein.

Vorraussetzung für diesen Ansatz ist, dass die Interessierten zuvor mit systematischer Videoanalyse und systematischer Fehlerkorrektur vertraut gemacht werden - zumindest in NRW sind diese beiden Punkte meines Wissens Teil der ÜL-Ausbildung.

systematische Videoanalyse: Filmen aus vier Perspektiven, am besten mit einem kleineren und leichteren Uke und einem größeren und schwereren Uke. So habe ich die beiden *Extrempunkte der möglichen Uke abgedeckt und kann diese acht Aufnahmen mit dem Ideal (dem Lehrmaterial) vergleichen.
* Jeder Uke kann in einem zweidimensionalen Koordinaten-System nach Gewicht-Größe erfasst werden. Auf dieses bezieht sich meine Bezeichnung "Extrempunkte der möglichen Uke".

systematische Fehlerkorrektur: Zur Fehlerkorrektur der Nage-waza z.B. in der unten aufgeführten Reihenfolge vorgehen. Viele 'kleine' Fehler 'verschwinden' dann ebenfalls. Immer nur einen Fehler korrigieren. Erst wenn dieser behoben ist, sollte die nächste Korrektur angegangen werden.
  • 1.) korrekter Abstand zwischen Uke und Tori (Tsukuri), meistens eine gebeugte Armlänge, auch die Vertikale beachten, z.B. gebeugte Knie bei vielen Eindrehtechniken
    2.) korrekter Gleichgewichtsbruch (Kuzushi),
    3.) korrekte Anwendung der fünf Gruppen und sieben Prinzipien, z.B. Einsatz der Hüfte und Rotation des Oberkörpers bei Uki-goshi
Herzliche Grüße,

kastow

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