Nostalgie: Die Gokyo / Verständnis der Gokyo

Hier geht es um Techniken, deren Ausführung und Beschreibung
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Fritz
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Beitrag von Fritz »

Bei uns in der "sowjetischen Besatzungszone" ;-)
sah das Kyuprogramm so aus:

Gelb:
Fallschule
+ 1. Gruppe Gokyo (allerdings Ko-Soto-Gari anstelle O-Uchi-Gari)
+ Kesa-Gatame & Kami-Shiho-Gatame
+ Kata-Juji-Jime & Okuri-Eri-Jime
+ Ude-Garami & Ude-Hishigi-Juji-Gatame

Orange:
Gelbgurtprogramm
+ 2. Gruppe Gokyo (mit O-Uchi-Gari anstelle Ko-Soto-Gari)
+ Yoko-Shiho-Gatame
+ Gyaku-Juji-Jime
+ Kesa-Garami

Grün: Orangeprogramm
+ 3. Gruppe Gokyo
+ Kata-Gatame
+ Hadaka-Jime
+ Ude-Hishigi
+ ab 14. Lebensjahr:
Selbstverteidigung je 2 Techniken für Armbefreiungen,
Würgeabwehr, Umklammerungsabwehr, gegen Anrempeleien
und Belästigungen, Transportgriffe (Abkürzung AWUAT)

Blau: Grünprogramm
+ 4. Gruppe Gokyo
+ Kuzure-Kami-Shiho-Gatame
+ Katate-Jime
+ Gyaku-Juji (Juji-Gatame aus der Unterlage)
+ SV: ab 14. Lebensjahr:
je 1 weitere Technik "AWUAT" + 2 Techniken
Stock und Messerabwehr (SM)

Braun: Blauprogramm
+ 5. Gruppe Gokyo (die ersten beiden Techniken waren in der
Reihenfolge vertauscht)
+ Gyaku-Kesa-Gatame
+ Kagato-Jime
+ Kuzure-Kami-Shiho-Garami
+ SV: je 1 weitere Technik "AWUAT-SM"

Außerdem gabs es je nach Lust und Laune des Prüfers ne
Theorieprüfung (Fragerunde oder schriftlicher Test)
Die Mindestalter weiß ich nicht mehr, Braun war wohl 14.
Gab für nen Prüfling die Chance, nen fehlerhaften Wurf
2-mal zu verbessern (Hand hoch und nochmal machen).
Ein paarmal hatte ich erlebt, daß Prüfer bei Blau/Braungurtprüfungen
die unteren Gruppen aus Zeitgründen
nur stichprobenartig abgeprüft haben...

Die Prüfung zum ersten Dan, war im wesentlichen die Nage-No-Kata,
Wiederholung des kompletten Braungurtprogramms
mit 0 Fehlern u. in der Selbstverteidigung wurde solange angegriffen,
bis die Prüfer genug gesehen hatten und es gab
ne intensive theoretische Fragerei (Wurfprinzipien, Klassifizierungen von Techniken usw...)

So war das damals...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
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Patrick
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Beitrag von Patrick »

@ Fritz:

Für Gelbgurt bereits eine komplette Gruppe der Gokyo?
Also alle acht Würfe der ersten Gruppe?

Im Westen brauchte man ja gerade mal die Hälfte...
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Tori
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Beitrag von Tori »

Was mich wundert ist, schon bei Gelbgurt Hebel und Würger, die kamen bei uns erst ab Orangegurt.

Und wir mußten bei Gelbgurt auch nur 4 Würfe machen.

Dafür wurden dann bei Schwarzgurt alle 40 Gokyo-Würfe verlangt und zusätzlich ein paar Würfe außerhalb der Gokyo. Alle Haltegriffe, Hebel und Würgetechniken mit Abarten. Nartürlich auch die Nage-no-kata.

Dafür gab es noch keine Selbstverteidigung.
MM
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Fritz
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Beitrag von Fritz »

@Tori:
Man muß im Hinterkopf behalten, daß Gelb auch der Wettkampfzulassungsgürtel war. Darum gab es wohl
auch sechs Bodentechniken anstelle von dreien wie in
den weitern Gürteln. Ne komplette Grundausstattung sozusagen ;-)

@Patrick:
Es wurden immer die kompletten Gruppen verlangt...
Dafür gab es im Stand aber dann auch keine anderen "Späße" wie Kombinationen o.ä...
Tsuri-Goshi, Utsuri-Goshi, Ushiro-Goshi, Yoko-Guruma
und Ura-Nage wurden prinzipiell
als Konter gegen ne passende Eindrehtechnik von Uke dargeboten.

Ab Grüngurt sollten die Würfe in Randoriform gezeigt werden, also
aus freier Bewegung, aber habe aber auch da schon Prüfungen
gesehen, wo immer nur hinundher gelatscht wurde...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
mops
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Beitrag von mops »

Tja, das waren wirklich noch Zeiten.
Ich habe alle meine Kyu-Prüfungen nach der "alten" PO abgelegt, also das Standprogramm nach der Gokyo. Und das war auch gut so. Mein Trainer, hat das bereits in den 80ern/90ern immer mit Techniken ausserhalb der Gokyo, Kontern und Kombinationen ergänzt.
Genauso trainiere ich heute Kinder - nach der Gokyo. Das ist schließlich die Basis!!
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Morpheus
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Beitrag von Morpheus »

nachdem ich jetzt schon über 8 jahre pausiert habe, darf auch ich mich zu den oldtimern zählen, die bis zum 1. kyu nach der alten po gekommen sind :)

hmmm...bin ich jetzt echt schon ein oldie?? :(
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Tori
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Beitrag von Tori »

Ich habe festgestellt, das Oldis, vor allem Wiedereinsteiger oft nichts mit den Würfen O-soto-otoshi und Seoi-otoshi anfangen können.

Vielen kommt das, so wie mir früher auch, als falsch ausgeführte O-soto-gari oder Seoi-nage vor.
MM
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BadenIkkyu

osoto-otoshi/seio-otoshi

Beitrag von BadenIkkyu »

1. is der Seio-otoshi ein lila wurf (sprich ausserhalb der Gokyo) 2. bin ich nie wirklich ausgestiegen(es waren nur relativ kurze Unterbrechungen) .Sprich:Ich kann mit denen was anfangen
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Ronin
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Beitrag von Ronin »

Etwa zur Zeit des 100-jährigen Jubiläum des Kodokan , 1982, erfolgte eine Neuklassifizierung von Kodokan-techniken, bis dahin nicht erwähnte Techniken wurden als Shimmeisho-no-waza, "neuerdings registrierte Techniken" eingeführt.
So wurde die erste, 1895 veröffentlichte Version der Gokyo wieder bekannt gemacht, die 8 in der neuen Gokyo von 1920 nicht mehr praktizierten Würfe der alten Gokyo wurden zu den Shimmeisho-no-waza gezählt.
Manche Leute bezeichnen die 8 Würfe wegen ihrer Herkunft auch als "Rokkyo" bzw. "Roku-kyo", als 6.Stufe der Gokyo:

Seio Otoshi
Obi Otoshi
Yama Arashi
O-Soto Otoshi
Daki Wakare
Hikomi Gaeshi
Tawara Gaeshi
Uchi Maki komi

Nach Auskunft von Akiko Hosoda vom Kodokan Judo Institute ist kein Zusammenhang zwischen 100-jährigem Jubiläum und der Veröffentlichung der Shimmeisho-no-waza. Die Ereignisse fallen rein zufällig in den gleichen Zeitraum. Ebenso hat der Kodokan niemals eine Rokkyo als Bezeichnung eingeführt!
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Tori
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Beitrag von Tori »

Danke für diese Information.

Da sieht man wieder, im Judo lernt man nie aus. ;)
MM
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Gabriel
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Beitrag von Gabriel »

Mache erst seit 93 Judo, daher hab ich nur Gelb so gemacht... Danach zwar gleich Orange... aber das schon nach der Neuen...

PS:
ach verdammt es ist ja nicht mehr die Neue *umlern muss* ;)
°[~](1.Kyu)Schüler des Sengebusch-Sensei[~]°
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Tori
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Beitrag von Tori »

Ja die Gokyo war schon etwas besonderes. Die Reihenfolge der Würfe war auf jeden Fall änderungswürdig, und das die Bodentechniken entschärft würde ist sich auch kein Fehler.

Wer kann denn noch alle Würfe der Gokyo? Ich hatte immer Probleme mit Harai-tsuri-komi-ashi. Der schwere Ura-nage fiel mir dagegen recht leicht.
MM
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Morpheus
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Beitrag von Morpheus »

Bedingt durch meine Pause kann ich heute nur noch einen kleinen Teil, ich hoffe das ändert sich aber noch über die nächsten Monate hinweg ;)

Mit Ura-Nage hatte ich eigentlich auch keine Probleme, viel schlimmer wars dagegen bei Uki-Otoshi...den hab ich eigentlich nie richtig hingekriegt...
Gruß Oli
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Tori
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Beitrag von Tori »

Die Würfe, die man auch für die Nage-no-kata braucht, klappen eigentlich alle recht gut.

Die Besonderheiten, von dennen man seltener etwas hört finde ich da schon schwieriger, wie z. B. auch der Sukui-nage.
MM
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ctjones
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Beitrag von ctjones »

Mein Hasswurf der Gokyo ist und bleibt der Harai-tsuri-komi-ashi, den werde ich wohl nie wirklich in kriegen!!
Zum Glück wurde ich den bei der Dan Prüfung nicht gefragt!
Aber Harai-maki-komi werde ich wohl auch niemals perfekt können!
Und Sukui nage ist sowieso ein Wurf, an dem sich die Geister scheiden, das habe ich dann bei meiner Prüfung gemerkt!
Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung, mit dem ich euch Gegenüberstehe. (Rebel, Die Ärzte)
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Morpheus
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Beitrag von Morpheus »

ctjones hat geschrieben: Und Sukui nage ist sowieso ein Wurf, an dem sich die Geister scheiden, das habe ich dann bei meiner Prüfung gemerkt!
Gut, Sukui-Nage ist einfach ein Stück weit wohl auch Interpretationssache...ich hab den auch schon in so vielen Variationen gesehen und alle nannte man Sukui-Nage...aber ist halt auch kein "Allerweltswurf" ;)
Gruß Oli
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Lippe
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Beitrag von Lippe »

ctjones hat geschrieben:Aber Harai-maki-komi werde ich wohl auch niemals perfekt können!
Naja, aber Harai-maki-komi gehört nicht unbedingt in diese Aufzählung, denn es ist keine Technik der Go-kyo. Lediglich Soto- und Hane-maki-komi gehören dazu.

Harai-tsuri-komi-ashi ist für mich ebenfalls die schlimmste Technik in der Go-kyo.
Der Müller
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Beitrag von Der Müller »

Zu Harai-tsuri-komji-ashi kann ich nur sagen, dass ich ihn damals auch wie die Pest gehasst und vermieden habe, als ich ich lernen musste. Ist ja auch sauschwer, den Partner in Gegenrichtung nach oben zu heben und zu nach vorne zu fegen. Aber irgendwann hat er dann geklappt und seit dem habe ich keine Probleme mehr damit, und das ist so ca. 13 Jahre her ;) . Man kann da auch ein wenig tricksen indem man nicht nur mit dem Fuß fegt sondern fast den ganzen Unterschenkel dazu verwendet.

Ich glaube mich auch daran zu erinnern, dass auf der DJB-Seite eine gute Beschriebung mit Bilden ist. Die dort angegebene Bewegungsaufgabe ist prädestiniert für den Hebezugfußfeger ;)
Gruß
Jochen
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Fritz
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Beitrag von Fritz »

Harai-Tsuri-Komi-Ashi ist schön... :drunken_smilie
Ist ja auch sauschwer, den Partner in Gegenrichtung nach oben zu heben und zu nach vorne zu fegen.
Irgendwann hab ich mal den Sasae-Tsuri-Komi-Ashi so erklärt bekommen,
daß es der "Hebezug" kein Hochheben ist, sondern mehr ein
Anglen, ein Ran- und Auf-sich-Raufziehen. Und das ist auch der Schlüssel
zum Harai-Tsuri-Komi-Ashi.
Eigentlich ist der fast ein Hüftwurf ;-) Man muß nen starken Schritt nach
vorn machen, um Uke mit der Hüfte zu unterlaufen, die Fegebewegung
mit dem Bein ist dann nur noch Unterstützung...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
Der Müller
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Beitrag von Der Müller »

Habe kein Problem damit, mir gefällt er auch :D

Meinte das mit dem Heben auch nicht wso wörtlich, kam mir damals als kleiner Steppke aber so vor. Mittlerweile ist das nur ein Druck an Ukes Ellbogen in die richtige Richtung.
Gruß
Jochen
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