@Tom, zerreiße bitte nicht gleich wieder alles in der Luft

Ich würde vorschlagen,
Judohexe Doris macht erstmal diese
Lehrgänge mit, und berichtet hier, was dort tatsächlich
gemacht wird.
Über den Sinn und Unsinn von "lizenzierten SV-Lehrern" brauchen
wir uns eigentlich nicht unterhalten, wer glaubt, für alles eine Lizenz
zu benötigen, ist halt selbst schuld...
Bei
Doris erstem "Modul" finde ich mal wieder
-Waffen der Frau: Stimme, Arme, Beine
sehr bedenklich. Da beschleicht mich das Gefühl, daß es (wieder mal)
_nur_ um "Frauen-Selbstverteidigung" gehen soll.
So nun meine Anekdoten dazu:
Vor drei Jahren auf der
DJB-Judosommerschule (also 2004 glaube ich) hat Hannes D. mal etwas in dieser Richtung angeboten:
Also ein/zwei "Einheiten" nur für Frauen, mit viel psychologischem Gerede,
Kam bei _unseren_ Damen überhaupt nicht gut an, danach gab es
dann noch ein paar Einheiten mit einigen Techniken (wo dann wieder
auch Männer zugelassen waren

), wobei ich Hannes
durchaus abkaufe, daß _er_ sich damit verteidigen kann,
allerdings ist der Mann ein "Riese"
Ein Jahr später standen Schlagtechniken auf dem Programm,
Hannes hat versucht, _u.a._ den Teilnehmern
Taikyoku-Shodan [also eine Karate-Vorbereitungskata
bestehend aus Abwärtsblöcken (Gedan-Barai)
und geraden gleichseitigen Fauststößen (Oi-Tsuki), alles aus der
Schrittstellung vorwärts (Zenkutsu-Dachi) ] nahezubringen.
Es war grausam. Das Interesse an der Trainingseinheit war erstmal
riesengroß, die Matte war (anfangs) voll mit interessierten Leuten,
denen aber leider sämtliche Voraussetzungen u. das Verständnis für diese
Karatebewegungen fehlten und auch nicht vermittelt werden konnten.
Dieses Jahr durfte ein Judoka - der wohl auch "Karate-Experte" ist -
den SV-Teil abhalten. Hab mir ein Stück des Trainings angeschaut u.
es kam mir alles etwas konfus und durcheinander vor (die Qualität der
Techniken selbst, maße ich mir jetzt nicht an zu beurteilen

), ein Gespräch am
Rande mit ner Teilnehmerin bestätigte diesen Eindruck auch,
interessanterweise wurden nur drei Termine angeboten,
ich weiß nicht, ob es von vornherein so geplant war, oder ob es aus
Mangel an Teilnehmer stillschweigend vom Plan genommen wurde...
Einerseits finde ich es sehr löblich, daß der DJB sich auf den SV-Bereich
"besinnt", andererseits (und hier wiederhole ich mich ebenfalls) muß
die Qualität stimmen...
Ich hoffe nur, daß aus den vorgenannten "Reinfällen" gelernt
wurde und die o.g. Module vielleicht tatsächlich etwas nützen...
Der Witz ist:
Alain Cartigny hat ebenfalls auf einer Sommerschule
(könnte 2003 gewesen sein) SV-Einheiten gegeben -
dieser Kurs hatte einen roten Faden, es gab Trainings-Methodiken
und Übungsformen, einfache, harte Techniken - kurzum, es war ein Art Offenbarung
Laut Alain wird in Frankreich diese Art des SV-Training
ganz natürlich im Training mit eingebunden.
--
Tom Herold hat geschrieben:Und wenn man effektive Tritt-Techniken haben will, wieso dann Taekwondo? Zur SV völlig ungeeignet!
Da ich das Vergnügen habe, ein-, zweimal im Jahr mit
den TKDins meines Vereins zusammen zu üben, möchte ich diese
Aussage hier nicht so brutal stehen lassen

. TKD-Tritte sind sehr
wohl für die SV geeignet - allerdings für TKDins, denn
diese trainieren sehr lange und hart dafür, um die entsprechenden
Bewegungsmuster, Reflexe und Schnelligkeit zu verinnerlichen...

Ihr versteht, was ich damit ausdrücken will...
Karate dagegen ist wohl mit dem Judo hinsichtlich der Atemi
näher verwandt als beide Kampfkünste gerne zugeben

Allerdings lassen sich m.M. nach
die Methodiken des Karatetrainings nicht gut auf Judokas anwenden,
zu unterschiedlich sind Zielstellung und Voraussetzungen...