Ich ließe mich ja gern überzeugen, daß es auch "praxistaugliches" "Jiu Jitsu" gibt - obwohl ich das schon viele vergebens versucht haben und ich in Deutschland noch nicht gesehen habe, daß es sowas gibt. Dafür hab ich aber viele erlebt, die schlicht behaupteten, es sei so und sie könnten und würden ...
Hält einer Überprüfung (etwa in Form eines Vollkontakt-Sparrings OHNE Schützer) oft nicht stand.
Ich habe auch straßentaugliches Jiu Jitsu bei zwei Lehrern "erfahren", und es war praxistauglich und realitätsnah.
Was die Praxistauglichkeit angeht ...
Davon müßte ich mich schon selbst überzeugen.
Oder diese von jemandem bestätigt bekommen, der ... sagen wir es mal so: kein "Friedfisch" ist.
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen - wer SELBST wenig bis gar keine ernstzunehmende Erfahrung mit wirklich gefährlichen Situationen hat, in denen es um's eigene Leben ging/geht, der ist einfach nicht qualifiziert, zu beurteilen, ob etwas "praxistauglich" ist oder nicht.
Nur weil's im Training klappt, mit einem Partner, der kooperativ ist oder so tut als sei er es nicht, heißt das noch lange nicht, daß es im Ernstfall gegen einen echten Gegner funktioniert.
DAS nämlich weiß man nur, wenn man's ausprobiert. Aber "sowas" tut man ja nicht ...
Ich weiß, daß mir diese Äußerung sicher wieder übelgenommen wird, ich stehe allerdings dazu.
Nach bspw. mehr als 12 Jahren im Einlaßdienst/Security-Gewerbe im Osten (und da immer an "vorderster Front") denke ich, daß ich doch beurteilen kann, was praxistauglich ist und was nicht.
Besser jedenfalls als jemand, der diese Erfahrungen nicht hat.
Wobei ich hinzufügen möchte, daß sich meine Ernstfallerfahrungen nicht auf diese Zeit oder diese Tätigkeit beschränken.
Ja, ich HABE mich rumgeprügelt, und nicht zu knapp.
Und JA, notfalls knallt es auch heute noch, wenn's nötig ist. Und manchmal ist es nötig.
Ja, ich weiß - damit gehöre ich zu den gaaanz Bösen, die keinesfalls "Vorbild" sein können (Will ich überhaupt Vorbild sein? Nöö!) und bewege mich nach Meinung einiger hier in der "Gosse".
Aber ich weiß wenigstens, daß ich kämpfen kann. Ich habs ausprobiert. Und das nicht gegen Otto-Normal-Friedfisch und auch nicht nur einmal. (Ja, ich weiß, sowas darf man eigentlich nicht mal andeuten).
Und daher kann ich sagen, daß das, was in Deutschland als "Jiu Jitsu" angeboten wird, zum größten Teil Traumtänzerei ist.
Die WIRKLICH harten Knochen, die ich im Rahmen dieser Tätigkeit (und anderswo) kennengelernt habe, lächeln müde, wenn sie "Jiu Jitsu" hören.
In meiner Heimatstadt haben einige Hooligans (jawohl: Hooligans!) 'ne Zeitlang bei mir trainiert.
Das waren Jungs, die noch einen Ehenkodex hatten und die gegen Unbeteiligte nie die Hand gehoben hätten. Aber es waren ultraharte Knochen. Die hat man nicht mit einem "... und jetzt schocken wir den Gegner hier mit einem Tritt vors Schienbein an, machen ihn damit hilflos und hebeln ihn dann mit diesem echt gefährlichen Handhebelchen ..." beeindrucken können.
Es gibt jede Menge abgekrachte Typen, die Schmerzen gut aushalten. Die Wochenende für Wochenende ins Stadion gehen - um zu trainieren.
Fans der "3. Halbzeit".
Inzwischen hat da die "junge Generation" auch keinen Ehrenkodex mehr - die hauen auf alles draufm was sich bewegt. UND: die sind es gewöhnt, selber kräftig was abzukriegen.
Gehört dazu, ist schon der halbe Spaß.
Denen kannst du nicht mit dem ganzen Krempel kommen, der hier in Deutschland als "Jiu Jitsu" verkauft wird.
Und nur, weil einige hier im Forum erklärt haben, sie seien solchen Typen noch nir begegnet, heißt das ja nicht, daß das so bleibt. Der Mensch, der voriges Jahr in München auf dem Bahnsteig totgetrampelt worden ist, machte auch "ein bißchen Kickboxen" und konnte sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie wertlos das angesichts von Kanaillen ist, wie ich sie vorstehend beschrieben habe.
Ich hab solche Ratten erlebt, und nicht nur einmal. Die können kämpfen. Haben es lernen müssen, von Kindheit an. Die mußt du niedermachen, mit allem was du hast. Die kennen keine Fairneß.
Und regelmäßiges, echtes Vollkontakt-Sparring habe ich in Deutschland beim "Jiu Jitsu" auch noch nicht erlebt - kann sein, daß es das gibt, aber ich kenne keine Truppe, die "Jiu Jitsu" trainiert und das macht.
Noch besser und gründlicher als ich kennen sich Yamamoto und Jussi in der deutschen "Jiu Jitsu"-Szene aus - fragt die doch mal ...
Warum trainieren denn Einlasser und andere, die kämpfen können müssen, nicht flächendeckend "Jiu Jitsu", sondern Krav Maga, Muay Thai, FMA und ähnliche Dinge?
Mal drüber nachgedacht?
Was ich bislang in Deutschland im "Jiu Jitsu" gesehen habe, läßt sich so zusammenfassen:
"A tad of manly swagger and the illusion of self defence capabilities."
Aber jeder wie er mag ...
PS: Ja, ja, ich weiß, ich hab keine Ahnung, übertreibe wieder maßlos und bin ansonsten "der braunen Ideologie gefährlich nahe".
Hab ich's etwa passend zusammengefaßt?