Tutor und Judo

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tutor!
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von tutor! » 05.01.2019, 20:12

piti hat geschrieben:
05.01.2019, 19:29
Jeder kann sich über dieses mit seiner Vertrauenssuchmachine im Netz kundig machen.
Und hier bin ich wieder bei meinem Eingangsthema. Welche Monopolstellung und Macht Verbände haben und welche Ohnmacht Vereine. Passt das noch?

Wir kleine Vereine haben ja überhaupt kein Mitspracherecht. In meinem Verband ist satzungsmäßig verankert, dass alle Entscheidungen des DJB akzepiert werden müssen. Sei es Beitragserhöhungen oder Änderungen der PO (z.Beispiel).

Ich hätte aber gerne gewußt, was auf uns zukommt oder zukommen kann.
Und nur danach habe ich @tutor gefragt. Seine persönliche Meinung.
Meine Meinung? Es wird gar keine Auswirkung auf die kleineren breitensportlich orientierten Vereine haben. Gar keine...

Das BMI hat in Verbindung mit dem DOSB einen anderen Bewertungsmodus entwickelt, nachdem die Fördergelder des BMI für den olympischen Leistungssport an die Verbände fließen. Der bisherige Modus war, dass die Ergebnisse der zurückliegenden Meisterschaften bewertet wurden, jetzt sollen die Zukunftsperspektiven bewertet werden, was ich vom Grundsatz her für besser halte.

Es wird sich aber nichts am Breitensport innerhalb des DJB ändern. Wozu auch? Auch in der Vergangenheit gab es das Bemühen der Verbände, eine Struktur zu schaffen, in der sich Talente vom Anfängertraining bis zur Leistungsspitze entwickeln können.

Die spannende Frage wird jedoch sein, wie groß das Stück Kuchen wird, das der DJB im Wettbewerb mit den anderen Verbänden für sich gewinnen kann. Aber auch das wird nur indirekt Einfluß auf die kleinen Vereine haben.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
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piti
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von piti » 05.01.2019, 20:48

Hallo @tutor

danke für deiner (schnelle) Antwort.

du schreibst:
Der bisherige Modus war, dass die Ergebnisse der zurückliegenden Meisterschaften bewertet wurden, jetzt sollen die Zukunftsperspektiven bewertet werden, was ich vom Grundsatz her für besser halte.
Da bin ich ganz bei dir. Aber ist das mit den jetzigen Verbandsstrukturen machbar?

Die könne also die Zukunft ohne ihre Basis gestalten?

du schreibst:
Es wird sich aber nichts am Breitensport innerhalb des DJB ändern. Wozu auch?
??????
Mußt du mir mal näher erklären, ich möchte ja verstehen.
Gruß, Piti
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von tutor! » 05.01.2019, 23:05

piti hat geschrieben:
05.01.2019, 20:48
Der bisherige Modus war, dass die Ergebnisse der zurückliegenden Meisterschaften bewertet wurden, jetzt sollen die Zukunftsperspektiven bewertet werden, was ich vom Grundsatz her für besser halte.
Da bin ich ganz bei dir. Aber ist das mit den jetzigen Verbandsstrukturen machbar?

Die könne also die Zukunft ohne ihre Basis gestalten?
Wo ist da denn der Widerspruch und wo ist die Logik Deiner Schlussfolgerung? Kein Verband kann sich ohne Basis in den Vereinen entwickeln und kein Verein kann sich ohne die Verbände wirklich entwickeln.

Schau Dir doch die Kriterien an. Der DJB erfüllt viele schon ganz gut, andere kann man noch verbessern. Man braucht keine veränderten Verbandsstrukturen, um ein medizinisches Betreuungssystem schaffen oder eine Talentförderungen zu betreiben. All das gibt es schon länger.

Und warum soll ein Übungsleiter in einem kleinen Verein denn etwas an seinem Training ändern? Woher sollen die Anstöße kommen?

Es ist ja gerade ein großes Problem, dass sich in vielen Vereinen nicht viel bewegt und Anregungen dazu verpuffen. Warum soll das denn plötzlich anders werden?

Bitte erkläre Du mir das doch.
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Fritz » 05.01.2019, 23:31

Ich kann mir als Auswirkung für Vereine nur vorstellen, daß es zu einem Mehr an Bürokratie kommt, der will bezahlt werden, also werden
die Abgaben an die Verbände steigen ...
Ich kann mich aber auch täuschen, vielleicht wird alles effizienter, die öffentlichen Mittel werden
reichhaltiger an die Verbände sprudeln und deswegen werden die Abgaben der Vereine an den Verband gesenkt.
:kA
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Hinweg vom Titel des Fadens (?) - Potenzialanalyse

Beitrag von nur_wazaari » 06.01.2019, 12:43

Der Titel des Fadens ist in meinen Augen immer noch nicht dem Inhalt angemessen. Der Faden geht ja in völlig unterschiedliche Richtungen... Wie dem auch gewesen sei. Nun wurde ich angefragt etwas zur Potenzialanalyse zu schreiben.

Ich interessiere mich für das Thema, meine Meinung dahingehend ist aber noch nicht ausgegoren, u.a. weil es bisher zwar tolle Vereinbarungen und Zielstellungen gibt, hingegen nur ein Ergebnis vorliegt. Die Hauptfragen für mich: Erzeugt das Instrument Druck? Ist es effektiv und/oder effizient hinsichtlich der Zielstellungen? Werden die Sportarten Ergebnisse zur (sportlichen, gesellschaftlichen) Förderung der Leistungs- und damit (finanziellen) Förderungsfähigkeit nutzen können? Fragen, Fragen...Ist das System überhaupt für Judo anwendbar und was hat das mit uns Breitensportelnden zu tun?

Kurzerklärung (DOSB), Lesezeit 1 min: https://www.dosb.de/sonderseiten/news/n ... yse-potas/

Auswertung für die Winterspiele 22 Seiten: https://www.dosb.de/sonderseiten/news/n ... yse-potas/

Diese Auswertung ist das (Daten-)Ergebnis des ersten Analysezyklus. Auf Seite 1 findet man auch noch eine kurze Erklärung zum Sinn und Zweck der Erhebungsmethode.

Wikipedia zur Potenzialanalyse (BWL) ca. 2 Seiten: https://de.wikipedia.org/wiki/Potenzialanalyse

Woher kommt uns das Modell also bekannt vor? Richtig, aus der Betriebswirtschaftslehre.

Wikipedia zur Potenzialanalyse (Pädagogik), ca. 2 Seiten: https://de.wikipedia.org/wiki/EOS-Potenzialanalyse

Wo finden wird sie noch? Im pädagogischen Bereich.

Gesamtdefinition und viele weitere nützliche Links dazu; Lesezeit 0,5 min: https://www.dosb.de/leistungssport/leis ... ortreform/

An dieser Stelle die DOSB-Definition:
Das Potenzialanalysesystem (PotAS) ist eines von mehreren Kern-Elementen der zukünftigen Fördersystematik des Leistungssports. PotAS ist als ein Qualitätsmanagement-System konzipiert und unterstützt die Verbände im Bestreben, die Rahmenbedingungen für die Athletinnen und Athleten sowie für Trainerinnen und Trainer und damit für leistungssportliche Erfolge zu optimieren. Die ersten PotAS-Ergebnisse wurden am 21. August 2018 vorgestellt.
Eigentlich steht in obigem Zitat seitens des DOSB alles drin - jeder kann sich selbst ein Bild machen. Für das Lesen zwischen den Zeilen und die Ansicht der verfügbaren Materialien fehlt mir persönlich momentan die Zeit, um ein Urteil zu fällen. Ich würde zur Charakterisierung auch gerne die mit bekannten Potenzialanalysen aus anderen Bereichen vergleichen, ahne aber, dass die "PotAS" mehr Ähnlichkeit mit der BWL-PotAS hat. Das würde natürlich Fragen der Auswahl von Kriterien und des Instrumentes überhaupt zur Bewertung sportlicher Leistungen aufwerfen (und viele weitere). Kann mich aber auch täuschen...Leider fehlt mir momentan auch die Zeit für Entwicklung eigener Fragestellung und einer Analyse dazu, obwohl ich das Thema auf vielen Ebenen ziemlich interessant finde. Muss leider für Klausuren "lernen".

Nachtrag: Auf die Schnelle: Auswirkungen auf die Vereine? Hängt von deren Zielstellung ab. Wollen sie professionelle Judoka heranbilden? Dann notwendige erhöhte Professionalisierung bei gleichen oder weniger verfügbaren Mitteln. Wollen sie sich weiterhin vornehmlich breitensportlich engagieren, welches wohl den allermeisten Vereinen zusagen dürfte? Dann folgt eine weitere Entfernung breitensportlicher Gestaltung auf allen Ebenen von spitzensportlichen Ambitionen. Mit anderen Worten: Der Breitensport lässt sich in seiner Ausgestaltung (Regeln, Training, Organisation etc.) nicht über die Ziele des Leistungssportes definieren, was zwar noch nie so gewesen ist, aber wohl noch weiter verstärkt werden dürfte. Ist das gerechtfertigt, darf der DOSB das, sind das realitätsbezogene politische Einschätzungen und Entwicklungen...???

Werde bei Gelegenheit dran bleiben...
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von piti » 06.01.2019, 20:13

Hallo an @tutor,

Danke wie immer, das du dir die Zeit nimmst zu antworten.
tutor fragt immer warum ich?

Ganz einfach @tutor, du bist im größten deutschen Judoforum nicht nur Moderator sondern auch Dozent.
Deine Meinung, deine Ansicht hat eine große Auswirkung auf deutsches Judo.

Der verbandsmäßig betriebene Sport ist zumeist hierarchisch und monopolistisch organisiert. Es herrscht das Ein-Verbandsprinzip, d.h. in der Regel besteht für jede Sportart nur je ein internationaler Weltfachverband, darüber noch je ein internationaler, regionaler (Europa, Südamerika) und je ein nationaler Fachverband.

Diese hierarchische Struktur der Sportorganisation in dem Ein-Verbandsprinzip gewährleistet einerseits, daß international und national weitgehend einheitliche Spielregeln für jede Sportart durchgesetzt werden können. Andererseits führt sie zu einer Monopolisierung im Sport.
Normalerweise brauche ich hier gar nichts mehr schreiben.

@Tutor
Tutor hat geschrieben:
Ich kann mir als Auswirkung für Vereine nur vorstellen, daß es zu einem Mehr an Bürokratie kommt, der will bezahlt werden, also werden
die Abgaben an die Verbände steigen ...

:kA
@tutor , daran werde ich dich erinnern
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von tutor! » 06.01.2019, 20:38

piti hat geschrieben:
06.01.2019, 20:13
@Tutor
Tutor hat geschrieben:
Ich kann mir als Auswirkung für Vereine nur vorstellen, daß es zu einem Mehr an Bürokratie kommt, der will bezahlt werden, also werden
die Abgaben an die Verbände steigen ...

:kA
@tutor , daran werde ich dich erinnern
Sorry nein, das hat Fritz geschrieben.
https://dasjudoforum.de/forum/viewtopic ... 594#p83592
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von piti » 06.01.2019, 21:22

Hallo @tutor,

dont warry by happy

Kann sein, das ich falsch (Personen) zitiert habe, Sorry und eine Verbeugung.
aber............
nach deinen Mitteilungen hier im Forum:
Die Abgaben an die Verbände steigen ...
Ich kann mich aber auch täuschen, vielleicht wird alles effizienter, die öffentlichen Mittel werden
reichhaltiger an die Verbände sprudeln und deswegen werden die Abgaben der Vereine an den Verband gesenkt.
(Sarkasmus ein): Öhhhhm, auf welchem Judo-Planeten bewegst du dich? (Sarkasmus aus)

Kann ich dich daran erinnern?

Gruß, Piti
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Fritz » 06.01.2019, 21:33

@piti: Auch das hat nicht tutor! geschrieben, sondern ich ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Tutor und Judo

Beitrag von piti » 13.01.2019, 16:23

hallo an alle,

ich wünschen allen Forenteilnehmer ein gutes und verletzungsfreies Jahr 2019.

In der Zeitschrift die "ZEIT" schrieb mal eine kluge Dame:
Nur weil jemand nicht sofort antwortet, ignoriert dieser Mensch nicht automatisch Beiträge.
Viele erwarten, dass digitale Kommunikation wie echte Kommunikation funktioniert.
Tut sie nicht!
Durch Smartphone und Internet besteht die Möglichkeit mit der ganzen Welt in Echtzeit zu kommunizieren. Wenn das also theoretisch geht, jemand aber tagelang nicht antwortet, dann muß doch etwas nicht stimmen? Oder?
Nicht unbedingt.
Manchmal möchte sich jemand vielleicht Zeit nehmen für eine Antwort.
Was Zitate angeht:
Ich bin anscheinend in bester Gesellschaft.
Der Schriftsteller Robert Menasse hat in Essays und Reden Zitate mit angeblichen Aussagen zitiert, die erwiesenermaßen falsch sind.
Dafür hat er sogar einen dicken Preis bekommen.

Ich will mich auch nicht rausreden mit dem Verweis mein falsches Zitat war Satire.
Wobei Menasse zu seiner Verteidigung sagte:
Was kümmert mich das ‚Wörtliche‘, wenn es mir um den Sinn geht.“
Soweit gehe ich nicht.
Laut Wiki:
Ein Freudscher Versprecher (nach Sigmund Freud), auch Lapsus linguae genannt, ist eine sprachliche oder schriftliche Fehlleistung, bei der angeblich ein eigentlicher Gedanke oder eine Intention des Sprechers unwillkürlich zutage tritt.
Ups, damit muß ich leben. Aber .....
Wiki sagt auch:
"Ein Irrtum ist umso gefährlicher, je mehr Wahrheit er enthält."
Sorry an Fritz, dass ich deine humorvollen Aussagen @tutor untergeschoben habe.
Sorry an @tutor, der dafür gar nichts kann.

Gruß, Piti
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Mitgliederzahlen Sportverbände 2018

Beitrag von nur_wazaari » 14.01.2019, 10:58

Weil es auch irgendwie in diesen Faden passt:

Karate auf dem 20.Platz...ok, die haben viele "offizielle" und unterschiedliche "Arten" ihren Sport zu betreiben.

https://de.statista.com/statistik/daten ... verbaende/

(Falls jemandem sofort die Paywall entgegenschlägt, der Deutsche Judobund befindet sich nicht unter den Top 20 der mitgliederstärksten Sportverbände: Karate ist dort aufgeführt mit ca. 156.000 Mitgliedern.)

Auch die anderen Zahlen sind interessant.

Wo ist Judo?...Wir (Ich) wissen und merken, dass es aktuell nicht besser wird. Wir (Ich) wissen nicht (genau), wie wir etwas konkret dagegen(?) tun können...
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Jupp » 14.01.2019, 11:19

Ich glaube fest daran, dass jeder Verein etwas daran tun kann, sich und das von ihm angebotene Judo weiter zu entwickeln. Dafür gibt es ganz sicher kein einheitliches, festes System - aber es gibt doch einige Vereine in Deutschland, die sich inhaltlich und mitgliedermäßig vorwärts entwickeln.

Meiner Meinung nach gehören für eine langfristig positive Entwicklung drei Dinge:

1. Ein "Judoverrückter", der schon sehr lange im Verein ist und für so etwas wie "Kontinuität" in der Vereinsentwicklung sorgt (mehrere "Judoverrückte" sind auch gut!).
2. Ein eigenes Dojo, in dem man über die Trainings- und Übungszeiten selbst bestimmen kann.
3. Ein hauptamtlicher Trainer, der dann Training anbieten kann, wenn die Mitglieder die Zeit dafür haben und der (wettkampfmäßige, pädagogische, soziale...) Maßnahmen außerhalb des Trainingsbetriebes regelmäßig betreuen kann.

Ein Verein, der diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich auch entwickeln und wird - wenn auch auf ein mitgliederorientiertes Angebot geachtet wird - in vielerlei Hinsicht wachsen.

Diese drei Voraussetzungen werden sich nicht von selbst erfüllen, es bedarf dazu Judoka mit Weitblick und Engagement, die über Jahre ihre "Träume" vorantreiben, bis sie sich erfüllt haben.

Solche Vereine können problemlos ihre Mitgliedsbeiträge an die Verbände bezahlen (und tun dies auch!) und ebenso Gürtelprüfungen durchführen, die von Verbänden entwickelt und begleitet werden, ohne dass dies ihrer positiven Entwicklung schadet - im Gegenteil!

Es bedarf allerdings langjähriger, kontinuierlicher Arbeit einzelner Personen und einer ebensolchen Planung.

Wer etwas entwickeln will, braucht Träume und Menschen, die seine Träume teilen.

Wer vorwärts gehen will, muss sich Menschen suchen, die ihn gerne dabei begleiten!

Jupp

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Träume & andere Schönreden

Beitrag von HBt. » 16.01.2019, 12:09

Jupp hat geschrieben: (...)
Wer etwas entwickeln will,
braucht Träume und Menschen,
die seine Träume teilen.

Wer vorwärts gehen will,
muss sich Menschen suchen,
die ihn gerne dabei begleiten!
Und während er noch sucht, zieht unser Planet unweigerlich seine Runden ...

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel:
Diese drei Voraussetzungen werden sich nicht von selbst erfüllen,
es bedarf dazu Judoka mit Weitblick und Engagement,
die über Jahre ihre "Träume" vorantreiben,
bis sie sich erfüllt haben.
Schade, dass wir nicht alle am beschaulichen Rheinufer wohnen, arbeiten -> leben können. Sehr Schade.

#
Wir Deutschen' haben zur Zeit wichtigere Probleme zu lösen, als uns in den Träumen der Rentner & Pensionäre zu verlieren.

Zum Beispiel:
- den regelmäßigen Totschlagdelikten (erfolgreiche Mordversuche, die nicht als Mord geplant waren) in unseren Kleinstädten (ist bei mir vor der Haustür just in time wieder akut)
- den ...

Ich gestehe:
'Jupps-Szenario' würde ich uns allen wünschen -> einen großzügigen MÄZEN, mit unerschöpflichen Mitteln -> vielleicht Gott, unseren liebenden Vater :rofl .

Gruß,
HBt.
;)

HBt.
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Drei Dinge (Der Judoverrückte)

Beitrag von HBt. » 16.01.2019, 12:23

Meiner Meinung nach gehören für eine langfristig positive Entwicklung drei Dinge:
  • 1. Ein "Judoverrückter", (...)
    2. Ein eigenes Dojo, in dem man über die Trainings- und Übungszeiten selbst bestimmen kann.
    3. Ein hauptamtlicher Trainer, der dann Training anbieten kann, wenn die Mitglieder die Zeit dafür haben und der (wettkampfmäßige, pädagogische, soziale...) Maßnahmen außerhalb des Trainingsbetriebes regelmäßig betreuen kann.
Ein Verein, der diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich auch entwickeln und wird - wenn auch auf ein mitgliederorientiertes Angebot geachtet wird - in vielerlei Hinsicht wachsen.
Alles steht und fällt mit einem Judoverrücktem, viel freie Zeit und unerschöpfliche Goldreserven ...

Als nächstes muss man (dann noch) die Straßenbanden sozialisieren & umerziehen -> damit wir unser tolles Angebot auch mit echtem Leben (er)füllen könn(t)en.

#
Es wäre alles so schön, wenn ich doch nur gläubig wäre -> doch meine Augen sehen und ich erkenne die Realität.

Drei Dinge:
Tja,
nun beschreibe doch bitte einmal Eure Erfolgsgeschichte.

Bevor ich ein eigenes Gebäude (oder einen ganzen Komplex) errichten kann, benötige ich Grund & Boden - ich muss mir also ein Grundstück kaufen können, auf dem ich dann ein DOJO (zum Sportbtrieb) bauen darf.

u.s.w.

Astrein,
dabei nimmt die Obdachlosigkeit in Deutschland weiter zu - auch Polio wird bald wieder salonfähig werden ... astrein.

HBt.

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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Fritz » 16.01.2019, 13:47

Jupp hat geschrieben:
14.01.2019, 11:19
1. Ein "Judoverrückter", der schon sehr lange im Verein ist und für so etwas wie "Kontinuität" in der Vereinsentwicklung sorgt (mehrere "Judoverrückte" sind auch gut!).
2. Ein eigenes Dojo, in dem man über die Trainings- und Übungszeiten selbst bestimmen kann.
3. Ein hauptamtlicher Trainer, der dann Training anbieten kann, wenn die Mitglieder die Zeit dafür haben und der (wettkampfmäßige, pädagogische, soziale...) Maßnahmen außerhalb des Trainingsbetriebes regelmäßig betreuen kann.
Da hat der Jupp prinzipiell nicht Unrecht, 3. läßt sich sicher auch mit Leuten wie Lehrern, Pensionären, Rentnern - also allg. Leuten, welche genügend Zeit oder ausreichend zeitigen Feierabend haben, realisieren. ;-)
Was jetzt natürlich sofort die Fragestellung aufdrängt, wie es aussehen würde, wenn
a) diese Ratschläge von sehr vielen Judovereine umgesetzt werden würden und es dann
b) auch bei anderen Sportarten so erfolgen würde ...
HBt. hat geschrieben:
16.01.2019, 12:09
Wir Deutschen' haben zur Zeit wichtigere Probleme zu lösen, als uns in den Träumen der Rentner & Pensionäre zu verlieren.

Zum Beispiel:
- den regelmäßigen Totschlagdelikten (erfolgreiche Mordversuche, die nicht als Mord geplant waren) in unseren Kleinstädten (ist bei mir vor der Haustür just in time wieder akut)
Hmm, wenn ich die vielen Einzelfall-Berichte, von denen man - Internet sei Dank - ja seit 2015 nun doch verstärkt Kunde erhält, sichte, liest man eher selten,
daß sich das Opfer bzw. der bzw. die Angegriffene gewehrt hat. Manchmal liest man es, oft kam dadurch der oder die Angegriffene
dann auch halbwegs glimpflich (also untot oder "nur" belästigt) aus der Einzelfall-Situation wieder heraus. Weiterhin liest man ja oft, daß der Einzelfall-Täter polizeibekannt und bereits
durch ähnliche Einzelfalltaten aufgefallen war und er letztlich nur aufgrund von menschenrechtlichen Erwägungen oder juristischen Details oder günstiger Sozialprognose
sich uneingesperrt im Land aufhalten durfte ...

Also etwas Hoffnung bleibt vor diesem Hintergrund, daß sich vielleicht aus der aktuellen gesellschaftlichen Situation heraus in nächster Zeit
auch bei potentiell zukünftigen Einzelfall-Betroffenen wieder ganz allgemein verstärkt ein Interesse an Kampfkunst/-sport bildet und darüber
dann auch "das Judo" wieder Auftrieb bekommt ...
Wir "Judoverrückten" wären also sicherlich gut beraten, uns so langsam mal wieder an die praxisrelevanten Aspekte unseres Hobbys, also dessen Stärken, dessen Schwächen zu besinnen, evt.
auch schon die Fühler nach Kooperationen zwecks sinnvoller Ergänzungen auszustrecken ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

Jupp
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Jupp » 16.01.2019, 16:45

Vielleicht helfen einige Hintergrundinformationen besser zu verstehen, was ich meine:

1. Unser Verein wurde im Oktober 1959 gegründet, wir sind also bald 60 Jahre in "der Szene".
2. Auch wir haben klein angefangen, in einer Gemeinschaftsschule auf den Ringermatten des Kraftsportvereins.
3. Als Judo 1964 olympisch wurde, war dies ein Schub für Judo als Sportart.
4. Ein gelernter Bäcker war so judobegeistert, dass er ganz auf Judo setzte und dies ab Mitte der 70er Jahre zu seinem Beruf machte.
5. Mitten in Godesberg wurde ein Dachgeschoss gemietet und mit Judomatten ausgelegt: unser 1. vereinseigenes Dojo!
6. Ab 1980 war die Mitgliederzahl so angestiegen, dass wir über ein eigenes vereinseigenes Dojo nachdenken konnten. Rolf Winkler (der Bäcker und Judotrainer) begann allen zur Vorsicht mahnenden Ratgebern zum Trotz, den Traum vom eigenen Dojo umzusetzen.
7. Doch bevor das begonnene Dojo fertiggestellt werden konnte, verstarb Rolf während einer Ferienfreizeit in Griechenland.
8. Nur der Zusammenhalt der damaligen Vereinsmitglieder half über diesen Schock hinweg, ein neuer Vorstand wurde gewählt, andere übernahmen die Trainingsarbeit und zum 25-jährigen Vereinsjubiläum wurde 1984 das Dojo eingeweiht. Es steht auf einem Gelände (nahe dem Friedhof!), dass wir in 100-jähriger Erbpacht von der Stadt Bonn für unser Dojo zur Verfügung gestellt bekommen haben (gegen Erbpacht natürlich!)
9. Schon um 2000 (wir hatten seit den späten 80er Jahren einen hauptamtlichen Trainer) erkannten wir, dass die Lebensumstände unserer Mitglieder es nicht mehr erlaubten, um 14.00 mit dem Training zu beginnen. Wenn wir unsere Mitglieder halten wollten, benötigten wir ein größeres Dojo, in dem mehrere Gruppen parallel unterrichtet werden konnten.
10. 2011 haben wir es geschafft, unser Dojo auf doppelte Größe zu bringen, so dass wir - durch Vorhang abgetrennt mit zwei verschiedenen Gruppen parallel arbeiten konnten. Wir schafften es unsere Mitgliederzahl nicht nur zu halten, sondern beständig zu erhöhen, nachdem wir schon 2003 unser Judoangebot am "Sundsvall-System" von Wolfgang Biedron ausgerichtet hatten. Unser Dojo ist 30 m x 15 m groß, wir können also auf 450 qm festliegender Matte trainieren.
11. Im vergangenen Jahr 2018 haben wir unser Dojo vollständig renoviert, nach über 30 Jahren waren die Sicherheitsansprüche und die Erwartungen an Komfort und Service gewachsen. Mit beträchtlichem finanziellem Aufwand haben wir das Dojo modern und ansehnlich neu gestaltet. Unsere knapp 900 Mitglieder (davon 530 Judoka) freuen sich über eine schöne und sehr brauchbare neu gestaltete Trainingsstätte.
12. Mit dem neuen Dojo und der vergrößerten Mattenfläche wuchs auch der Bedarf an einem 2. hauptamtlichen Trainer. Seit knapp 4 Jahren haben wir jetzt zwei hauptamtliche Trainer, die fast den gesamten Trainingsbetrieb in unserem Dojo und einigen Außenstellen abdecken.
13. Unsere Judo-Mitglieder zahlen derzeit 25.- €/Monat (12 x pro Jahr). Die Verbandsabgaben werden gesondert in Rechnung gestellt.
14. Unser Dojo wird täglich genutzt, vormittags bieten wir (Fitness oder Yoga) Gruppen für Ältere an, aber auch Parcour und Judo für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren. Diese Gruppen werden von einer ausgebildeten Fitnesstrainerin geleitet. Nachmittags beginnen die meisten Trainingsaktivitäten ab 16.00 Uhr (oft parallel) und enden gegen 21:30 Uhr.

Ich selber arbeite nebenberuflich (bin jetzt Rentner) in unserem Verein ununterbrochen seit knapp 40 Jahren als Judo- und Fitnesstrainer. In unserer Vereinsbroschüre werde ich "wissenschaftlicher Berater" genannt. In Ausnahmefällen begleite ich unsere Wettkämpfer zu Meisterschaften.

Unsere 1. Mannschaft ist aus der 1. Bundesliga 2018 wieder abgestiegen und wird in diesem Jahr in der 2. Bundesliga an den Start gehen. Darüber hinaus haben wir zwei weitere Männermannschaften im Wettkampfbetrieb (Landesliga und Oberliga). Wir sind derzeit der größte Judoverein in NRW.

Unser "Geheimnis": wir haben alle drei von mir genannten Voraussetzungen sehr erfolgreich umgesetzt und neben unseren hauptamtlichen Kräften (auch solche im Büro) immer auf zahlreiche engagierte ehrenamtliche (und dennoch sehr kompetente) Vorstandsmitglieder und andere Mitarbeiter zurückgreifen können.

Es gibt überall Menschen, die Träume teilen! Aber dafür benötigt es auch Träumer, die positiv verrückt und ansteckend sind, aktiv zu werden!

Unser Verein lebt und entwickelt sich mit seinen Mitgliedern und deren Interessen und Lebensumständen. Das ist alles!! Aber das IST es!
Zuletzt geändert von Jupp am 17.01.2019, 11:52, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Fritz » 17.01.2019, 01:41

Daß der Jupp bzw. sein Verein ein ordentliches Dojo hat, kann ich bestätigen.
25€x12 = 300€ zuzüglich Verbandsabgaben ist jedenfalls eine ordentliche Ansage ...

Die spannende Frage ist - wie weit ist denn das nächste Judo-Dojo mit ähnlichen Bedingungen weg?
Mit freundlichem Gruß

Fritz

Jupp
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Jupp » 17.01.2019, 11:48

Wir haben im Großraum Bonn (30 km Umfeld) ca. 30 Judovereine (ca. 2.000 Mitglieder im Kreis). Davon haben Beuel (andere Rheinseite) 450 Mitglieder, SSF (Bonn Mitte) ca. 350 Mitglieder und der PSV Bonn (Bonn-Nord) ca. 400 Mitglieder (alles grob von mir geschätzt!) - der Beueler Judo-Club bietet auch auf unserer Rheinseite (ca. 10 km entfernt) in einer Schulturnhalle Judo an. Allerdings: durch unsere zahlreichen Wettkampfmannschaften, das "brandneu" renovierte, vereinseigenes Dojo, die beiden tollen hauptamtlichen Trainer und die zahlreichen, guten Parkmöglichkeiten um unser Dojo herum haben wir schon ein Alleinstellungsmerkmal, auch wenn die Konkurrenz nah und zahlreich ist und wir die mit einigem Abstand wohl höchsten Mitgliedsbeiträge haben. Aber es scheint, als ob unsere Mitglieder finden, dass das Verhältnis zwischen Mitgliedsbeitrag und den bereitstehenden Angeboten in Judo, Fitness, Tae-kwon-do, Goshin-jutsu und Nin-jutsu akzeptabel ist und die Qualität (und Quantität) dem Beitrag entspricht (über die Höhe der Mitgliedsbeiträge müssen immer die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung zustimmen).

Jupp
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Re: Tutor und Judo

Beitrag von Jupp » 17.01.2019, 20:18

Das habe ich gerade (auch) woanders gehört und ich sehe mich in meiner Auffassung bestätigt:

"Man muss es nur wollen, dann finden sich auch andere, die sich anstecken lassen!"

So ist es - auch im Judo, im Judotraining, in der Vereinsentwicklung!

Man muss es wollen, positiv ("verrückt") sein, das tun, was man für sich als richtig, wichtig und auch für andere als notwendig erkannt hat.

Das ist alles!

Jupp

P.S.: "Es gibt Menschen, die sehen in jedem Problem auch eine Lösung und dann gibt es andere, die sehen in jeder Lösung ein Problem!" (es ist also die alles entscheidende Frage, ob man Lösungen anstrebt oder Probleme sucht...)

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