Automatische Kodansha-Ehrungen ...

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nur_wazaari
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Willi und der letzte Absatz

Beitrag von nur_wazaari » 27.12.2019, 23:44

Der folgende Artikel passt so wunderbar in diesen Thread. Wen Kurz-Biographien nicht interessieren, der lese einfach den letzten Absatz.

https://www.moz.de/landkreise/barnim/eb ... 1/1773986/
Eberswalde (MOZ) Wohl jedem, der irgendwie in der Region mit Judo zu tun hat, ist der Name Willi Gruschinski ein Begriff. Er ist 78 Jahre alt, feierte gerade sein 60-jähriges Matten-Jubiläum und eines ist der Sportsenior nicht: im Ruhestand. Im Gegenteil, zweimal in der Woche steht er in der Judohalle im Eberswalder Sportzentrum auf der Matte und trainiert den fortgeschrittenen Nachwuchs.

Dabei war der Start ins Leben von Willi Gruschinski alles andere als glücklich. "Ich wurde bei Stargard in Pommern auf der Straße gefunden", sagte er zu seiner Geburt. Ob es tatsächlich der 24. September 1941 war, das Geburtsdatum in seinem Ausweis, als er das Licht der Welt erblickte, vermag heute keiner mehr zu bestätigen. "Ein Zettel war dabei, darauf stand, dass ein Italiener namens Tonelli, aus einer Künstlerfamilie, mein Vater sein soll. Herausgefunden habe ich es nicht, aber ich glaube schon, dass ich italienisches Blut in meinen Adern habe", erzählte Willi Gruschinski lachend und verwies auf einen späteren Wettkampf.

Die harte Kindheit

Durch verschiedene Kinderheime wanderte der eher zierliche Gruschinski – eine harte Zeit. Da entstand auch der Wunsch sich wehren zu können, denn Gewalt auch unter den Kindern war an der Tagesordnung: "Ich wurde sehr oft geschlagen." Doch zunächst schlug er eine musikalische Richtung ein. Im Heim in Güstrow schloss er sich als Zwölfjähriger dem Fanfarenzug an. "Ich war froh, überhaupt irgendwo mitmachen zu können und bekam die große Landsknechttrommel umgehangen", erinnerte sich Gruschinski. Da trommelte er auch während seiner Berufsausbildung, die er als Landwirtschaftlicher Facharbeiter beendete.

Danach zog es ihn in die Städte, da kam ihm ein Stellenangebot bei der Polizei gerade recht. Übers Laufen, Fußball, Ringen und Boxen fand er schließlich den Weg zum Judo, bei seinem ersten Verein Dynamo Neustrelitz. "Ich habe mich so gut dabei gefühlt, mich endlich wehren zu können", berichtete Gruschinski aus der Zeit. Auch an seinen ersten Wettkampf erinnert er sich noch. Das war ein DDR-offenes Turnier im pädagogischen Institut in Güstrow. "Da belegte ich den zweiten Platz, das war natürlich Ansporn."

Die wilde Zeit

Es begann eine wilde und beruflich unstete Zeit, die ihn zunächst zu Dynamo Schwerin brachte, wo er seinen 5. Kyu erhielt und erste Schritte als Übungsleiter machte. Danach zog es ihn als Straßenbahnfahrer nach Berlin. Dort war er beim SC Dynamo und Dynamo Friedrichshain aktiv und rief den Verein Dynamo Lichtenberg ins Leben.

Eines verlor Gruschinski auch in seinem wechselvollen beruflichen Leben nicht aus den Augen: den Judosport. Er errang als Aktiver mehrere Bezirksmeisteritel einzeln und mit der Mannschaft, bestritt Aufstiegskämpfe zur DDR-Oberliga und nahm an Deutschen Einzelmeisterschaften teil. 16 Titel als Bezirksmeister und zwei Vize-DDR-Meistertitel stehen dabei zu Buche. 1965 erlitt er während seiner Arbeit im PCK Schwedt einen schweren Unfall. Das schmälerte bedeutend seine Aussichten, den Weg zur Judo-Weltspitze zu schaffen.

Als Übungsleiter sammelte er Medaillen bei den DDR-Spartakiaden, davon allein 1970 zweimal Gold und Bronze mit seinen Schützlingen. Höhepunkte waren die Europameisterschaften im damaligen Leningrad und in Neapel, wo er mit Wolfgang Zernikow jeweils den Titel holte. "Ich war in der Zeit verrückt nach Judo", gab Gruschinski zu, der dem alles im Leben unterordnete.

Über eine Weltmeisterschaft der Senioren sprach Gruschinski besonders gern. "Das war in Toronto 2006. Da gab es einen ganz engen Kampf im Finale und obwohl ich den italienischen Kämpfer aus dem Turnier geworfen hatte, haben die mich alle angefeuert. Du bist einer von uns haben sie gesagt und tatsächlich soll ja italienisches Blut in meinen Adern fließen", sagte Gruschinski mit einem Funkeln in den Augen.

Heimliche Liebe Ju-Jutsu

1992 zog es ihn zum Ju-Jutsu "Das war und ist meine heimliche Liebe, aber zu DDR-Zeit gab es das ja nicht", erklärte er. Immer noch fühlt er sich mit diesem Sport verbunden und trainiert auch darin den Nachwuchs.

Ein weiteres Steckenpferd ist seine Internetseite willi-gruschinski.de. Stationen seines Lebens sind dort aufgeführt wie auch eine Chronik des Judosports der DDR und hierzulande. Fast 5000 Din A4-Seiten sind so zusammengekommen "…und da ist noch eine ganze Menge offen", schätzte Gruschinski ein.

Fast noch schneller als der 78-Jährige beim Trainingskampf seine Schützlinge immer noch auf die Matte legt, um anschaulich Techniken zu erklären, wandern seine Augen unablässig hin und her. "Mach das richtig, richtig runter mit Dir", ruft er bei den Liegestützen im Training einem jungen Kämpfer zu. Gleich beim Nächsten sieht er einen technischen Fehler beim Kampf und weist ihn sofort zurecht. Auch mit seinen 78 Jahren lebt er Judo.

"Willi ist ein wichtiges Mitglied in unserem Trainerteam. Würde er aufhören, würde es eine große Lücke reißen. Er ist trotz seiner 78 Jahre topfit und bleibt uns hoffentlich noch lange erhalten", sagt der Vereinsvorsitzende der Eberswalder Judoka, Ronald Kühn, über Gruschinski.

Der große Wunsch

Einen großen Wunsch hat der Eberswalder Judo-Oldie noch: "Ich würde gern den 7. Dan bekommen." Bis zum 5. Dan legt man Prüfungen ab, aber ab dem Sechsten erfolgt eine Verleihung aufgrund hervorragender Leistungen. Und die hat Willi Gruschinski erbracht, ist sich sein Verein sicher.
Ach Willi...mit Dir auf der Matte, das war und ist immer eine interessante Erfahrung! Jeder Landesverband hat (und braucht?) so seine Figuren. ;) Vielleicht wird Dein Ruf ja erhört. :D
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Re: Automatische Kodansha-Ehrungen ...

Beitrag von tutor! » 28.12.2019, 08:46

Vorweg: derartige Fragen sollten niemals vor der Folie bestimmter Personen diskutiert werden, sondern lediglich auf einer grundsätzlichen Ebene.

Dennoch zeigt das Beispiel, dass jede Entscheidung über eine Graduierung aufgrund von besonderen Verdiensten und Leistungen eine Einzelfallbeurteilung sein muss. Das grundsätzliche und kaum aufzulösende Problem ist die Frage nach nachvollziehbaren Kriterien. Schafft man enge, nachprüfbare Kriterien, macht man eine Graduierung mehr oder weniger zu einer „Formsache mit Automatismus“ und man verbaut sich gleichzeitig die nötige Flexibilität, um jeden Einzelfall angemessen würdigen zu können - bleibt man mit den Kriterien allzu vage, geht das zu Lasten von Transparenz der Entscheidungen.

Das System der Dan-Verleihungen durch den DJB (also ab 6. Dan) ist zweistufig. Wir dürfen nicht vergessen, dass zunächst ein Antrag gestellt werden muss, entweder vom Landesverband oder vom DJB-Präsidium. Dieser Antrag muss begründet werden. Danach entscheidet der Ehrenrat des DJB, ab 8. Dan zusätzlich noch die Mitgliederversammlung.

Ich habe für die Verleihungen keine bessere Lösung als die aktuelle, nur würde ich mir wünschen, dass die Anzahl der Verleihungen dadurch reduziert wird, indem entsprechende Prüfungen ermöglicht werden.

Auf jeden Fall sollten sich die Verbände Gedanken darüber machen, wie die Lebensleistung der Generation Judoka gewürdigt wird, die über einen Zeitraum von +50 Jahren kontinuierlich und erfolgreich über das eigene Betreiben von Judo hinaus für das Judo gewirkt haben. Diese Personengruppe wird ja in Zukunft nicht kleiner werden.
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Einzelfallentscheidungen

Beitrag von HBt. » 28.12.2019, 17:20

Dem stimme ich absolut zu.

Allerdings müssen harte Kriterien erfüllt sein & ebenso muss eine besondere Persönlichkeit vorliegen, im Sinne des (vielbeschworenen) Geist des/ von Judo. Kurz, die Persönlichkeit muss einwandfrei sein. Ein guter Charakter, ein guter Mensch - wenigstens ab dem 7. Dan!

Es gibt allerdings auch Typen, die von Anfang an nur "den magischen Gürtel" im Sinn haben/hatten, die seit Jahren berechnend in den Startlöchern lauern - der Weg ist jetzt frei, die ersten Zwei werden nächstes Jahr promovieren. Exakt so, wie ich schon unkte und seit mindestens 15 Jahren weiß. Bei dieser Art von Berechnung, wird mir jedesmal schlecht. Eine ehrliche Haut ist mir weitaus lieber. Doch dieses kleine Outing soll den Faden nicht stören.

@nur_wazaari,
ich mag diese urigen Urgesteine meistens auch sehr gerne - bald bin ich selbst ein Fossil und vergessen ;-).

Gruß,
HBt.

PS Nicht vergessen, momentan sollen die hohen Dan-Graduierungen Ehrungen sein, eine Ehre!

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Abschwiff - ein böswilliger Gedanke?

Beitrag von HBt. » 28.12.2019, 17:53

Eine Frage als Einleitung: Kaufen wir uns nicht unsere Dan-Grade von Eins bis Fünf?

Ich bin mir bewusst, dass dieser Klagepunkt von mir immer wieder aufs Neue wiederholt wird, ich weiß das. Doch es geht mir um echte, anzuerkennende Leistung und um das Lernen, hauptsächlich um den Wunsch des Lernes & der Entwicklung.

Die sich aufsummierenden Gebühren sind zu hoch, ein jeder Dan-Grad (ich verwende absichtlich den Begriff GRAD) kostet Geld, viel Geld. Auch bin ich der Meinung, dass einige Herren (stellv. auch für die Damen stehend) sich durchaus eine kleine Goldene Nase verdienen. Meine Güte, im Verlauf eines Jahres kommen schon beträchtliche Summen zustande. Fahrtkosten, Stundenzettel, ... etc.pp. Irgendwann kommt ein Quantum Gier und der Glaube des Anspruches hinzu. Mein Gott, wir sind ehrenamtlich unterwegs und
wollen gerne geben ... Aufwandsentschädigungen und ein bescheidener Lohn für die Mühe sind völlig in Ordnung, doch angemessen & bescheiden müssen sie bleiben. Weiterhin gehören sie regelmäßig auf den Prüfstand. Ein Moloch, den die Hauptfiguren allzu gerne nicht sehen wollen -> Pfründe.

Man verzeihe mir diese Worte; wie immer im Leben, so muss man auch hier differenzieren (können).

#
Die ersten Fünf kaufen wir uns und die letzten Fünf?! Nein, nein, so darf das nicht sein - immer ohne Beigeschmack bitte.


HBt.
(benötige ich einen Grinsling zum besseren Verständnis :eusa_think ?)
Zuletzt geändert von HBt. am 30.12.2019, 12:40, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Automatische Kodansha-Ehrungen ...

Beitrag von nur_wazaari » 28.12.2019, 19:22

tutor! schrieb: Vorweg: derartige Fragen sollten niemals vor der Folie bestimmter Personen diskutiert werden, sondern lediglich auf einer grundsätzlichen Ebene.
Vollkommen klar, denke auch es ist deutlich geworden dass es um den letzten Absatz im Artikel geht, der stellvertretend für den Wunsch vieler spricht, welche gerne höher qualifiziert (graduiert) werden würden.

Ich wüsste noch nicht mal weshalb die Äußerung eines solchen Wunsches danach unter dem derzeitigen System besonders anrüchig sein sollte, denn:
Hbt fragte: Eine Frage als Einleitung: Kaufen wir uns nicht unsere Dan-Grade von Eins bis Fünf?
Etwas ironisch:Nachdem man also fünf Dan-Grade lang in Eigenleistung getreten ist, gibt's dann halt ab irgendwann was obendrauf bzw. das wird durch die Prüfungen unterhalb des 6. Dan (also i.d.R. alle) mitfinanziert. Nein, natürlich passt das so nicht ganz, schon allein weil auch unterhalb des 6. Dan Verleihungen stattfinden - aber so völlig abwegig ist das wohl auch nicht.

Etwas ernsthafter zum Erwerb von Graduierungen: Zumindest wenn man manchmal (wie oft eigentlich?) die bescheidenen Qualitäten der Prüfungen sieht, in denen ich so gut wie nie Judoka habe durchfallen sehen. Das gleiche gilt im Übrigen für die Lizenzen...alles aber durchaus mit Einschränkungen, weil man sich i.d.R. trotzdem immerhin vorbereiten muss. Man nehme: Den guten Willen aller Beteiligter + €€€ + etwas Vorbereitung + vielleicht etwas Sonnenlicht = herzlichen Glückwunsch, bestanden - danke, tschüss, bis zum nächsten Mal. Ach ja, die nächste Lehrgangsserie für den x. bis y. Dan startet übrigens...kostet...im Paket dann...man kann ja nie früh genug anfangen, nicht wahr?
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Wie oft?

Beitrag von HBt. » 29.12.2019, 10:13

Nur_wazaari hat geschrieben:Zumindest wenn man manchmal (wie oft eigentlich?) die bescheidenen Qualitäten der Prüfungen sieht, in denen ich so gut wie nie Judoka habe durchfallen sehen. Das gleiche gilt im Übrigen für die Lizenzen...

"Häufig" könnte man aus dem Bauch heraus meinen -> oder die Wertigkeit einfach bei Licht betrachten - unter dem Mikroskop. Nein wirklich, wie soll man das beurteilen? Ein Punktesystem vielleicht und unabhängige Prüfer. Mist, jenes Szenario wünsche ich mir doch schon seit Äonen. Und die inflationären Verleihungen von Dan'en unterhalb des Sechsten, in manchen Fällen sogar des Ersten (doch in besonderen Fällen, kann man damit sogar voll und ganz zufrieden sein - doch Vorsicht!).

Ach, es kommt immer auf den eigenen (momentanen) Standpunkt an [ob etwas gut oder schlecht ist]. Bei meiner Eingangsfrage ging es um die VEREINBARKEIT zwischen der hohen Graduierung (Graduierungspraxis) und der bezahlten Tätigkeit (das Dienstverhältnis) sowie der Außenwirkung (Arbeiter/Innen an der Basis, den Knechten). Das alles mit rechten Dingen zugegangen ist, davon gehen wir aus -> nach den vielen Jahren hat man das einfach auch verdient, nur wer erkennt das und stellt die notwendigen Anträge? Der Zirkel selbst - ein Automatismus.
;)

Weitermachen,
HBt.

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Hier irrt sich Willi

Beitrag von HBt. » 29.12.2019, 10:40

MOZ hat geschrieben:Einen großen Wunsch hat der Eberswalder Judo-Oldie noch: "Ich würde gern den 7. Dan bekommen." Bis zum 5. Dan legt man Prüfungen ab, aber ab dem Sechsten erfolgt eine Verleihung aufgrund hervorragender Leistungen. Und die hat Willi Gruschinski erbracht, ist sich sein Verein sicher.
bzw. der Journalist.

Jeder unbedarfte Leser, bezieht (in seinem eigenem Ermessensspielraum) die Aussage auf irgendetwas im Zusammenhang mit der (relativen) sportlichen Leistung, der langjährigen, ehrenamtlichen Tätigkeit für den Lokalsport oder, oder, oder.

Mustermanns Wunsch, ist zwar absolut verständlich, aber es müssen die Kriterien der Ehrenordnung(en) erfüllt sein und Anträge mit Nachweisen gestellt werden. Wir müssen uns gar keine Birne mehr machen, in den nächsten Jahrzehnten wird sich nichts ändern und am Ende dieses Jahrhunderts wird es keinen Judosport mehr geben.

Nebenbei bemerkt, trinkbares Wasser auch nicht.

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Mittlerweile ...

Beitrag von HBt. » 02.01.2020, 14:03

ist ein Verweis zu diesem Faden https://www.dasjudoforum.de/forum/viewt ... =26&t=9512 längst überfällig,
schließlich habe ich das entsprechende "Kodansha-Zitat", in diesem Faden, nicht einfach nur so aus der Luft heraus gegriffen, versteht sich - ich habe immer Hintergedanken.

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Ein gutes Beispiel...oder nur ein besseres?

Beitrag von nur_wazaari » 13.01.2020, 06:01

http://www.bjv-judo.de/startseite/aktue ... ung-2.html
Verdienstvolle Judoka wurden zur Mitgliederversammlung mit höheren Dan-Graden ausgezeichnet. Für sein Engagement erhielt der bisherige Präsident Daniel Keller den 3. Dan überreicht.
Als Überraschung erhielt Daniel Keller von Motor Babelsberg den 3. Dan für seine Leistungen als Präsident des BJV. Er versprach gleich darauf: "Den 4. Dan werde ich dann wieder mit einer Prüfung ablegen."
Zur, Info noch dazu:
Gabs ja auch schon des öfteren, diese Zack-Zack-Höhergraduierungen. Wie immer, es sei ihm gegönnt. Bin auf seine konkreten Taten, die verbandspolitischen Durftmarken gespannt.

Ich stelle mir gerade nach Verleihung des 5.+n. Dan den gleichen Aussagesatz vor...ups, error. ;)
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Yudansha

Beitrag von HBt. » 13.01.2020, 11:01

„Daniel lebt mit dem Erwerb des Dans über eine Prüfung im praktischen Handeln eine Haltung vor, die Kanos Leitlinien entspricht“, lobt auch Martin Reißmann das Engagement für die Prüfung.
Wenn Daniel jetzt überhaupt noch die notwendige Zeit zum regelmäßigen Training finden wird, dann, so hat er es doch angekündigt, lässt er sich ordentlich prüfen. Also ist doch alles paletti.

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Re: Automatische Kodansha-Ehrungen ...

Beitrag von nur_wazaari » 13.01.2020, 17:59

Klar, ich denke das ist auch sein Anspruch.

Ich finde ja das zwischen den Zeilen interessanter; durch die Blume hat er sich damit ja sogar vebeten, ihn das nächste Mal wieder mit einem Dan-Grad zu ehren, falls irgendjemand qua Vorliegen eines Grundes auf die Idee kommen sollte. ;) Könnte man jedenfalls so sehen.
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So ...

Beitrag von HBt. » 13.01.2020, 18:11

habe auch ich diese Aussage (ebenfalls) verstanden.

#
Vor zirka 28 Jahren hat unser damaliger Landespräsident sogar seinen 3. Dan (Ehrendan) wieder zurückgegeben, ich war dabei - diese übliche Veranstaltung, Verbandstag oder so? (so heißt das Übel!). Ich muss sagen, ich war beeindruckt. Plötzlich war er nur noch 2. Dan und auch ganz schnell nicht mehr Präsident, da (nach) kam (dann) auch schon der Norbert ... während Manfred sein Studium als Doktor abschloss, so mit 60+ (ein paar Jahre /Dekade später) ... Norbert war in der Zwischenzeit in Ungnade gefallen und der Verband, gründete sich quasi neu - bezog auch ein neues Hauptquartier, am Maschsee (den der Adolf damals ausbuddeln ließ, mit dem Spaten und der Schaufel).

Das sind Geschichten.
;)

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Ganz automatisch ...

Beitrag von HBt. » 14.01.2020, 10:38

gab es zur Vorweihnachtszeit nicht nur in NDS neue Graduierungen zu verteilen. Das scheint inflationär zu sein - und damit ist so ein (1.),2.,3.,4.,5.,6. & 7. Dan ja gar nichts mehr wert.

Das gehört einfach dazu & ist auch im Karnickel-Club Usus. Allerdings vertrete ich die Meinung: nur durch eine technisch einwandfreie (sportliche) Leistung, darf ein Übling auf die nächste Stufe (1 bis 5) gehoben werden. In Ausnahmefällen darf natürlich auch (hier) verliehen werden, also wirklich nur in besonderen Fällen, und es muss /sollte gründlich überlegt sein.

Aber was soll es -> Australien brennt und den Rest zerlegen wir auch bald, weil es so schön ist.
Zuletzt geändert von HBt. am 14.01.2020, 11:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ganz automatisch ...

Beitrag von tutor! » 14.01.2020, 10:56

HBt. hat geschrieben:
14.01.2020, 10:38
Gab es zur Vorweihnachtszeit nicht nur in NDS neue Graduierungen zu verteilen. Das scheint inflationär zu sein - und damit ist so ein (1.),2.,3.,4.,5.,6. & 7. Dan ja gar nichts mehr wert :( .
Der DJB-Ehrenrat tagt nur einmal im Jahr bei der Mitgliederversammlung im November. Von daher ist es nur logisch und erklärbar, dass Graduierungen ab 6. Dan vorwiegend in der Vorweihnachtszeit bekannt gegeben werden. Wann die entsprechenden Gremien der Landesverbände tagen, bleibt diesen überlassen. Jedoch gibt es da sehr unterschiedliche Kulturen der Verleihungspraxis. Aber das ist ein anderes Thema - hier geht es ja um die "Kodansha".
HBt. hat geschrieben:
14.01.2020, 10:38
Allerdings vertrete ich die Meinung: nur durch eine technisch einwandfreie (sportliche) Leistung, darf ein Übling auf die nächste Stufe (1 bis 5) gehoben werden. In Ausnahmefällen darf natürlich auch (hier) verliehen werden, also
wirklich nur in besonderen Fällen, und es muss /sollte gründlich überlegt sein.
In NRW gilt z.B. die Regel, dass - mit Ausnahme von absoluten sportlichen Spitzenergebnissen bei EM/WM/Olympia abgesehen - nur bis zum 5. Dan verliehen wird, wenn (neben den über die Jahre erworbenen Verdiensten) die Kandidaten nachweislich (!) keine Prüfung mehr absolvieren können. Dies gilt im Übrigen auch für die Landes- und Bundestrainer, die in NRW-Vereinen Mitglied sind und auch für alle Kaderathletinnen und -athleten. So haben vor einigen Jahren z.B. Claudiu Pusa (Damen-Bundestrainer) und Daniel Gürschner Ihre Prüfungen abgelegt.
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Beitrag von HBt. » 14.01.2020, 11:12

tutor! hat geschrieben:
14.01.2020, 10:56
HBt. hat geschrieben:
14.01.2020, 10:38
Gab es zur Vorweihnachtszeit nicht nur in NDS neue Graduierungen zu verteilen. Das scheint inflationär zu sein - und damit ist so ein (1.),2.,3.,4.,5.,6. & 7. Dan ja gar nichts mehr wert.
(...)
Der DJB-Ehrenrat tagt nur einmal im Jahr bei der Mitgliederversammlung im November. Von daher ist es nur logisch und erklärbar, dass Graduierungen ab 6. Dan vorwiegend in der Vorweihnachtszeit bekannt gegeben werden. Wann die entsprechenden Gremien der Landesverbände tagen, bleibt diesen überlassen. Jedoch gibt es da sehr unterschiedliche Kulturen der Verleihungspraxis. Aber das ist ein anderes Thema - hier geht es ja um die "Kodansha".
MvdB ist nicht der Einzige neue 7. Dan in unserem Land
http://www.bjv-judo.de/startseite/archi ... arndt.html

Bzgl. der Mitgliederversammlung ist es natürlich ganz klar, dass entsprechend hohe Graduierungen erst nach dem November eines Jahres ausgesprochen werden können -> das ist im Kalender halt eine Marke, ein Fixpunkt. Doch die Yudansha-Geschichten werden ebenfalls in der (ehemals) kalten Jahreszeit ausgeschüttet, so kommt es mir jedenfalls seit Jahrzehnten vor - ich kann mich natürlich auch irren.

Die Relevanz strebt eh gegen Null. Mich stört nur Missbrauch, Korruption und Inflation - die (scheinbare) Entwertung.



#
Unsere Beiträge überschneiden sich zeitlich gerade.
In NRW gilt z.B. die Regel, dass - mit Ausnahme von absoluten sportlichen Spitzenergebnissen bei EM/WM/Olympia abgesehen - nur bis zum 5. Dan verliehen wird, wenn (neben den über die Jahre erworbenen Verdiensten) die Kandidaten nachweislich (!) keine Prüfung mehr absolvieren können. Dies gilt im Übrigen auch für die Landes- und Bundestrainer, die in NRW-Vereinen Mitglied sind und auch für alle Kaderathletinnen und -athleten. So haben vor einigen Jahren z.B. Claudiu Pusa (Damen-Bundestrainer) und Daniel Gürschner Ihre Prüfungen abgelegt.
Damit bin ich mehr als zufrieden und total einverstanden.
Mit einer Einschränkung:
nur bis zum 5. Dan verliehen wird,
  • wenn (neben den über die Jahre erworbenen Verdiensten)
    die Kandidaten nachweislich (!) keine Prüfung mehr absolvieren können.
Wer keine sportliche Leistung mehr erbringen kann, aus gesundheitlichen Gründen, kann selbstverständlich nicht weiter graduiert werden ... er (oder sie) erfüllt jetzt auf gar keinen Fall die technischen Inhalte (und über diese lernen wir und entwickeln uns), ganz egal wie lange ein Mitglied nun "Verdienste ansammelt". Liegen gesundheitliche Einschränkungen vor, dann könnte ich mir gut vorstellen, die Prüfungsinhalte (und Ordnungen) flexibel zu handhaben -> Lösungen für die "technischen Übungsaufgaben" zu finden.

Ich habe es ja schon so oft gesagt, eigentlich müsste die Grundschule mit dem 20sten bis 30sten Lebensjahr abgeschlossen sein. D.h. wir müssen die Ausbildung und die Infrastruktur ... etc.pp. verbessern, mehr Professionalität (auch beim Individuum) fördern!


Gruß,
HBt.

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