Judo 2109?

Hier könnt ihr alles posten was mit Judo zu tun hat

Kumamoto
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Judo 2109?

Beitrag von Kumamoto »

Wie stellt ihr Euch Judo in 100 Jahren vor?
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Timitry
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Timitry »

Idealerweise so, wie es vor 100 Jahren mal war :-)
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Popeye
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Popeye »

Na hoffentlich ist es dann nicht viel anders als heute....


Ich könnte mir aber vorstellen, das es dann Judoanzüge in zig verschiedenen Farben gibt, Judokurse sind fester Bestanteil eines jeden Fitnessstudioprogramms, das Training wird vielleicht modernen Moden unterworfen sein, z.B. Uchi-Komi im Rythmus zu Technomusik...und...und...und...

Eigentlich hoffe ich nur, dass der Sport noch praktiziert und nicht von irgendwelchen Modesportarten verdrängt wird
Lin Chung
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Lin Chung »

Hallo Popeye
das wir dann definitiv kein Judo mehr sein.
Das einzige was ich hoffe, ist dass wir hier die Grundsteine legen, um das weiterzuführen, was Kano angefangen hat. Also Techniken aus anderen KKsten in das Judo zu integrieren, die in der Realität wirkungsvoll eingesetzt werden können. Judo sollte immer eine allumfassende KKst sein. Meine Meinung.
Grüße
Norbert Bosse
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Re: Judo 2109?

Beitrag von derLichtschalter »

Lin Chung hat geschrieben:Das einzige was ich hoffe, ist dass wir hier die Grundsteine legen, um das weiterzuführen, was Kano angefangen hat. Also Techniken aus anderen KKsten in das Judo zu integrieren, die in der Realität wirkungsvoll eingesetzt werden können. Judo sollte immer eine allumfassende KKst sein. Meine Meinung.
Volle Zustimmung. Über den Tellerrand schauen und so...
Kumamoto
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Kumamoto »

aber geht nicht die Entwicklung gerade in die andere Richtung? Die IJF will ja weg vom Russen- Judo- also weg vom Tellerrand... Isoliert sich "das Judo" nicht dadurch und zieht sich in einen Elfenbeinturm zurück?
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Timitry
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Timitry »

Ich denke, bevor man Techniken aus anderen Künsten integriert, muss man seine eigene erstmal verstanden haben - Und wer kann das schon von sich behaupten? Kano hat sich bei der Auswahl der Techniken schließlich etwas gedacht, und wenn irgendeine Technik nicht effektiv und nützlich ist, dann macht man sie meiner Meinung nach zu 99% falsch. Nicht das ich auch nur irgendeine Technik könnte, ist nur so ein Gedanke... ;-)
Lin Chung
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Lin Chung »

Hallo Timitry

...sicher hast du recht. Aber wie ich das zurzeit sehe, setzt man sich nicht an einen Tisch, sprich trifft sich auf der Matte und diskutiert, analysiert woran es hapert, sondern wird hier im Forum immer wieder ein verbaler Schlagabtausch durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass dann immer die eine oder andere Seite sich in den Schmollwinkel zurückzieht, obwohl doch beide das Gleiche wollen, nämlich dass das Judo weg von dem schlechten Image kommt.
Wobei ich jetzt keinem auf die Füße getreten haben möchte.
Übrigens, so manche Technik, die du woanders findest, war / ist auch im Judo vorhanden, soweit es die ostasiatischen Kampfkünste angeht. Meine Meinung.
Grüße
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Re: Judo 2109?

Beitrag von judoka50 »

ch denke, bevor man Techniken aus anderen Künsten integriert,
Dazu sehe ich jetzt, wie auch in hundert Jahren noch kein Erforderniss.......
Ich mache jetzt seit 1964 Judo - habe mich weitergebildet - gebe mein Wissen weiter - betreue einen ganzen Kreis mit Vereinen und Judoka - richte Lehrgänge aus - erteile Prüferlizenzen - und lerne doch irgendwo immer noch.

Also ich brauche zu dem, was ich von Kano - und in meinem Fall auch Mifune - "vererbt" bekommen habe, nichts anderes dazu. Sollte ich mal das Gefühl haben ??? ich weiss alles, finde ich bestimmt noch Dinge, die es wert sind weiter zu lernen. Dafür brauche ich keine anderen Techniken aus anderen Künsten - ich mache J u d o !
Das trifft für mich auch auf viele aktive Themenbereiche im Forum zu, wo wir uns Gedanken machen, Judo für Erwachsene interessanter zu gestallten. Warum -- Judo ist so interessant und vielseitig wie kaum ein anderer Sport.
Und wenn ich dann andere "wichtige" Mitschreiber lese - das musste jetzt mal wieder so sein - die neben Judo noch über die "besten" Kenntnisse in Sambo, Aikido, Ju Jutsu usw. usw. bekunden??? Das dazu noch, obwohl sie weitaus jünger sind als ich - da frage ich mich manchmal - schreibt man das hier, um sich wichtig zu machen, oder betreibt man mehreres gleichzeitig, um mitreden zu können, oder auch, verständlich natürlich - weil man irgendwie Zusammenhänge sucht.
Egal wie - jede der aufgeführten oder nicht erwähnten KK hat irgendwie einen Weg zu einer anderen. Ich wünschte Demjenigen, der das alles ergründen möchte, er würde die dafür nötigen 500 - 1000 Jahre alt - Oder besser vielleicht nicht, den dann hätten wir ja irgendwann einen "Allwissenden" hier im Forum - oder ?? nochmals halt - haben wir die nicht vielleicht schon jetzt ..................................................
Viele Grüße
U d o
Kumamoto
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Kumamoto »

Ist Judo, also der Weg, mit dem Tod Kanos abgeschlossen gewesen und der Weg demnach nur eine Strecke (dann wäre Judo mit Kano fertig entwickelt gewesen und es wären keine neuen Techniken/ Abarten nötig) oder ist Kano mit seinem Judo nur die ersten Schritte eines Weges gegangen, der noch nicht fertig ist (dann wären die techniken Kanos nur ein Anfang und das Technikrepertoire für Neues offen)?
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Re: Judo 2109?

Beitrag von judoka50 »

Wäre es dann noch J u d o -

Für andere KK haben wir doch mittlerweile an jeder Straßenecke schon genug Namen.
Und - bringen die Neues - ............
Zudem bezog sich die Frage auf Judo - damit verbunden halt auch auf Kano. Wen sollen wir dann jetzt oder in 100 Jahren damit verknüpfen - etwa mich, Tutor, Reaktivator, Tom .......... :ironie3
Wir alle gehören doch jetzt schon zu der sogenannten "stillen Post", die man aus den Jugendgruppen kennt.
Können wir - oder jemand anders Judo erweitern.............
Viele Grüße
U d o
Kumamoto
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Kumamoto »

Die Frage ist ja, wer Judo weiterentwickeln kann (wenn es einer Weiterentwicklung bedarf): die Basis (wir) oder die Judospitze (IJF, IOC, etc.)?
Und: Findet sich der Kodokan, der ja als Bewahrer des Judos Kanos gilt, überhaupt noch im Judo wieder. Wenn es zu Änderungen im Judo kommt, steckt ja fast immer die IJF dahinter.
Sollte nicht der Kodokan mal auf den Putz hauen (auch wenn das nicht dem japanischen Naturell entspricht) und sich die Führungsrolle zurückholen? Publikationen des Kodokan kommen ja meistens nur über Umwege zu uns- sollte man das nicht ändern?
tutor!
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Re: Judo 2109?

Beitrag von tutor! »

Kumamoto hat geschrieben:Die Frage ist ja, wer Judo weiterentwickeln kann (wenn es einer Weiterentwicklung bedarf): die Basis (wir) oder die Judospitze (IJF, IOC, etc.)?
Und: Findet sich der Kodokan, der ja als Bewahrer des Judos Kanos gilt, überhaupt noch im Judo wieder. Wenn es zu Änderungen im Judo kommt, steckt ja fast immer die IJF dahinter.
Sollte nicht der Kodokan mal auf den Putz hauen (auch wenn das nicht dem japanischen Naturell entspricht) und sich die Führungsrolle zurückholen? Publikationen des Kodokan kommen ja meistens nur über Umwege zu uns- sollte man das nicht ändern?
Judo findet nun mal auf der Matte statt und jegliche Entwicklungen kommen auch von daher. Keine Institution entwickelt Judo!

Institutionen setzen aber Rahmenbedingungen, die einen Einfluss auf das Geschehen auf der Matte haben, so dass es eine indirekte Steuerung gibt. Dazu sehe ich drei Bereiche:
  • Prüfungsordnungen
  • Wettkampfregeln
  • Medien/Materialien/"Lehre"
Was nicht in den Prüfungsordnungen auftaucht, verschwindet früher oder später aus der Praxis der Leute, die in erster Linie Prüfungen machen sollen. Der erreichte Qualitätsstandard hängt dabei meist mit der bei der Prüfung geforderten Qualität zusammen.Das prägnanteste Beispiel ist die Selbstverteidigung, die Ende der 60er Jahre aus der DJB/DDK-PO verschwunden ist und danach aus weitgehend aus der Judo-Praxis der meisten (West-)Vereine.

Wettkampfregeln begünstigen oder erschweren die Anwendung bestimmter Techniken, manche sind auch komplett im Wettkampf verboten. Diese Entwicklung gab es schon zu Kanos Lebzeiten (z.B. Verbot aller Hebel, die nicht den Ellbogen angreifen) und auch später. Ich denke, dass ich das jetzt hier nicht noch mit weiteren Beispielen belegen muss - wir sollten alle wissen, was gemeint ist.

Über Medien, Materialien wird Judo mittelbar, über Lehre unmittelbar weitergegeben.

Welche Institution kann nun was tun?

Die Ausgestaltung der PO ist eine rein nationale Angelegenheit. Hier tragen die nationalen Verbände durch Festlegen der Prüfungsinhalte und durch die Praxis der konkreten Prüfungsanforderungen die Verantwortung für die Steuerung. Allerdings ist es niemandem untersagt a) mehr zu unterrichten und zu praktizieren, als in der PO steht und b) bessere Qualitätsstandards zu erreichen. Faktisch ist es aber sicher so, dass die PO in ganz, ganz vielen Fällen der Maßstab ist.

Die Wettkampfregeln werden von der IJF festgelegt, da die IJF der Weltverband und damit der Zusammenschluss aller nationaler Judo-Verbände (über die Kontinentalverbände) ist. Dieses Steuerungsinstrument hat also allein die iJF.

Jeder Einzelperson steht es frei, Medien und Materialien aber auch sich selbst als Lehrer anzubieten, genauso wie es frei steht, dieses anzunehmen oder nicht. Der Kodokan macht auch zahlreiche Angebote, nicht nur auf japanisch, sondern auch auf englisch. Einiges wird auch auf deutsch zur Verfügung gestellt. Es liegt an uns, den Markt groß genug zu halten, damit wenigstens die Kosten eingespielt werden.

Der Kodokan stellt außerdem Lehrer für Auslandseinsätze ab. Auch hier liegt es an jedem selbst, sich dort weiter zu bilden.

Der Kodokan kann aber nicht mit der Faust auf den Tisch hauen und die die PO der Länder verändern (die BTW meist mehr Inhalte einschließen als die des Kodokan selbst). Genauso wenig kann er mit der Faust auf den Tisch hauen und die Wettkampfregeln bestimmen.

Er kann nur sehen, dass er in den entsprechenden Gremien vertreten ist und er kann "Lehre" anbieten: persönlich und/oder in Form von Medien und Materialien.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Lippe »

Lin Chung hat geschrieben:obwohl doch beide das Gleiche wollen, nämlich dass das Judo weg von dem schlechten Image kommt.
Wobei ich jetzt keinem auf die Füße getreten haben möchte.
Ach, Judo hat ein schlechtes Image? Hat es das? Ich behaupte einfach mal, in vieler Leute Augen hat Judo ein gutes Image...
pmhausen

Re: Judo 2109?

Beitrag von pmhausen »

Lippe hat geschrieben: Ach, Judo hat ein schlechtes Image? Hat es das? Ich behaupte einfach mal, in vieler Leute Augen hat Judo ein gutes Image...
Vielleicht das falsche gute Image?
  • Judo ist eine harmlose Sportart
  • Judo enthält keine praktikable SV
  • Judo ist hervorragend für verhaltensauffällige Kinder
  • Judoka sind alle friedliebend und praktizieren Zen
  • ...
Grüße,
Patrick
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Fritz
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Fritz »

Ich finde, Eure Gedanken gehen in die falsche Richtung.
Hier ein fiktiver Ablauf:

2020 - nach einem tragischer Unfall (Kreislaufversagen) beim UFC ??, wird die Chance ergriffen, diese Veranstaltungen
zu verbieten, wir Judoka applaudieren, waren uns diese barbarischen Käfigkämpfe schon immer ein Dorn im Auge...

2030 - Der Amoklauf in Köln, der dadurch traurige Berühmtheit erlangte, daß der Täter mittels eines Stockes
grundlos eine Gruppe von 15 Jugendlichen (im Alter von 18-35) attackierte und schwer verletzte,
auf deren höfliche Bitte nach "Feuer" o.ä. hin, führte zu einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts - nunmehr
ist der Besitz von Knüppel aller Art mit einer Länge > 30cm als Straftat anzusehen. Bedauerlicherweise
entfällt damit die Trainingsgrundlage des jap. Kendo (bitter nach der erst kürzlichen Erstarken der Kendo-Bewegung
bedingt durch den Zulauf ehemaliger Fechter, aufgrund des endgültigen Verbot von Hieb und Stichwaffen aus Metall
einige Jahr zuvor aus ähnlichem Anlaß). Der DJB - eingedenk der Lehren Kanos - reagierte sofort
und bot sich an, die Kendoka ins Judo zu integrieren... Ein gewisser Zulauf zu den Judo-Verein ist zu verzeichnen.

2035 - Die Kyu-PO bedurfte dringender Überarbeitung, nicht mehr altersgemäße Techniken werden in Richtung Dan-PO
verschoben, eine Vielzahl, aufgrund der neuen Vorschriften bzgl der Beschaffenheit der Kampffläche nicht mehr
ausführbarer Techniken, wurde entfernt, einschließlich solch archaischer Sachen wie Fallschule
- dafür kommen einige der akrobatischeren Techniken hinzu, durch die
extrem weicheren Matten sind diese nun gefahrlos auszuführen, eine Attraktivitätssteigerung des Judo hinsichtlich der
Außenwirkung durch "die Medien" wird erhofft.

2045 - Durch den Amok-Lauf des Austausch-Schülers Erwin H. in einem Gymnasium in Brüssel
(der Täter provozierte eine Gruppe von Mitschülern durch sein Aussehen und versuchte, nach dem er zur Rede
gestellt wurde, einen seiner Mitschüler zu Boden zu schubsen, verdreht einem anderen brutal den Arm, bevor
er überwältigt und den Straforganen zugeführt werden konnte) zeichnet sich ein herber
Rückschlag für die Judobewegung in ehemaligen Deutschland ab. Bei der Durchsuchung der Wohnstätte des jungen
Mannes wurden antike Datenspeicher gefunden, welche neben bildlicher Darstellung von Brutalitäten ähnlich denen
der Tat auch ausführliche Beschreibungen dieser - kodiert durch sogenannte Schriftzeichen - enthielt, damit war
klar, wieso das Abrutschen von Erwin H. in die Gewalttätigkeit nicht durch "World-Net" (Nachfolger des Internet mit
eigener künstlicher Intelligenz zum Vereiteln von Straftaten) erkannt werden konnte...
Dies führte zu einer Reihe von Eilverordnungen durch die EU-Exekutive zur Gefahrenabwehr,
neben verstärkten Einsammeln und der Vernichtung nicht ans "Word-Net" angeschlossener Datenträger, wird
ein Verbotsantrag für zukünftig kriminelle Vereinigungen, die mehr oder weniger stilisierte Kampfrituale durchführen, gestellt.
Nach dem Präzedenz-Fall einige Jahre zuvor, bei dem Brutal-"Sport"arten wie Boxen bereits aus der Liste erlaubter
Freizeit-Betätigungen entfernt wurde, stehen plötzlich überraschenderweise Ringen und Judo vor der
gleichen Situation. Während fürs Ringen die Sachlage recht hoffnungslos ist (evt. können sie noch ein
Nische im Museen für griechisch-römische Geschichte bekommen - ein Gefahrenabwägung findet zur Zeit statt),
läßt der Rat der Dan-Träger verlauten, sieht es mit dem Eintrag des Judo als Religion doch recht gut aus - so können
wenigsten einige Texte Kanos für Gläubige von "World-Net" abgerufen werden.

2050 - Judo wurde als Religion anerkannt, auch wenn die körperliche Ausübung aufgrund der nach 2045 beschlossenen
Friedlichkeitsgesetze nicht mehr gestattet ist, so kann man sich immer noch mit exotisch geschnittenen Bademänteln
in Dojo genannten Andachtstempeln auf kuschlig weiche Fußboden-Beläge zu unpolitischen Diskussionsrunden
über die Lehre und die Absichten des Religionsgründers Kano zusammenfinden. Besondere Beliebtheit erfreuen
sich die schaurigen Geschichten einiger ältere Priester, die von Zeiten zu berichten wußten, wo man noch versucht
habe, sich mehr oder weniger geschickt durch Ziehen und Schieben an den Bademänteln auf die Matte zu befördern...
Allerdings wird allen Zuhören klar, daß es sich um verträumte Verklärungen eine längst vergangenen Zeit handeln muß,
wenn die Altpriester an die Stelle kommen, wo sie behaupten, daß "damals" die Matten nur zweidaumenbreit dick waren und hart wie eine Wiese aus Gras (einige kennen so etwas (also eine Wiese) noch aus ihren Ferien im Nord-Osten der EU).

2065 - Nach Abschluß der Religionsdebatte werden alle Religionen verboten und durch eine staatliche Einheits-Glaubenslehre ersetzt, da "Brain-Net" feststellen mußte, daß in den Religionstreffen nicht genehmigte
Gedanken gepflegt werden....

2080 - Die hochbegabte SchülerIn Noka Rogoji findet in der Verbannung
(dahin werden zum Schutze des Allgemeinwohls alle mit "Brain-Net" (noch) inkompatible Personen geschickt)
in ihrer zugewiesenen Unterkunft
ein altertümliches Datenverarbeitunggerät, kann es aktivieren und merkwürdige Aufzeichungen von physischen Interaktionen zwischen weiß und blau gekleideten Menschen beobachten.
Noka beginnt, sich Bewegungen dieser Interaktionen einzuprägen und kann sie bei Verhandlungen
mit anderen Verbannten bzgl. Körperlicher Zuneigung und Nahrungstausch zu ihrem Nutzen einsetzen...

2109 - Die Überlebenden des großen Stromausfall beginnen sich in Interessengruppen zu organisieren und
die Zivilisation wieder aufzubauen.
Nokas Anhänger beginnen zu diskutieren, ob die Trainingsflächen eckig oder rund sein sollten...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Lippe »

pmhausen hat geschrieben:Judo ist eine harmlose Sportart
Ist sie doch auch. Die Zahl der schweren Verletzungen ist wohl geringer als beim Handball, Fußball, Ski fahren... ;-)
pmhausen hat geschrieben:Judo enthält keine praktikable SV
Wie ändern wir das? Gilt das als widerlegt, sobald die Tagesschau berichtet, dass ein Judo-Grüngurt aus einem Provinzverein einen bis an die Zähne bewaffneten Amokläufer mit Atemi ausgeschaltet hat? Gilt das als nicht widerlegt, wenn eben jener Amokläufer laut Tagesschau mit einer Judotechnik ausgeschaltet wurde? Wollen wir das um unseres guten Images wegen herbeisehnen? Ich nicht.
pmhausen hat geschrieben:Judo ist hervorragend für verhaltensauffällige Kinder
Ist das Ziel dann also, nur "verhaltensunauffällige" Kinder anzunehmen? Vielleicht mit einem vorherigen Test, in dem die "Stromlinienförmigkeit" bewertet wird?
pmhausen hat geschrieben:Judoka sind alle friedliebend [...]
Also hin zum Image des brutalen Schlägers?
pmhausen hat geschrieben:[...] und praktizieren Zen
...und Yoga und Mikado und ...

Das war teilweise bewusst überspitzt formuliert. Worauf ich u.a. hinaus möchte:
  • Ich halte nicht alle der oben aufgeführten Punkte zwangsläufig für das "falsche gute Image"
  • Warum kümmert uns das nach außen transportierte Image denn so? Sollten wir denn nicht für uns den richtigen Weg entdecken?
  • Was schert uns die Meinung der anderen, versuchen wir doch nur, das im Judo zu lernen, was uns wichtig ist. Für manche Inhalte ist es leichter, einen guten Lehrer zu finden, bei anderen schwieriger. Verwenden wir unsere Energie doch lieber darauf, einen für uns guten Lehrer zu finden als uns Gedanken um unser Image zu machen.
  • ... außer Judoka gelten plötzlich als skrupellose und tumbe Schlägertypen. Das ist ein Image, von dem ich nicht möchte, dass es mir anhaftet.
katana
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Re: Judo 2109?

Beitrag von katana »

@fritz
:eusa_clap :eusa_clap :eusa_clap
ich brech vor lachen zusammen, darf ich das ausdrucken und weitergeben ?
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Fritz »

@katana: Klar ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz
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Re: Judo 2109?

Beitrag von Lin Chung »

Lippe schrieb
Wie ändern wir das? Gilt das als widerlegt, sobald die Tagesschau berichtet, dass ein Judo-Grüngurt aus einem Provinzverein einen bis an die Zähne bewaffneten Amokläufer mit Atemi ausgeschaltet hat? Gilt das als nicht widerlegt, wenn eben jener Amokläufer laut Tagesschau mit einer Judotechnik ausgeschaltet wurde? Wollen wir das um unseres guten Images wegen herbeisehnen? Ich nicht
...du hast es immer noch kapiert, die Atemi gehören zum Judo. Siehe Kawaishi. :alright
Also ist es egal, mit welcher Technik du den Spinner erlegst.
Grüße
Norbert Bosse
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