Julian hat geschrieben: 30.04.2026, 15:21
HBt. hat geschrieben: 30.04.2026, 14:33
Das ist komplett richtig. Ich gehe davon aus, dass die Kommissions-Troika sich dessen bewusst ist.
Sport ist (halt auch) kein Gong.
Hauptsache man belügt sich nicht selbst.
Ob man sich dessen bewusst ist, scheint mir fraglich. Denn eine gerade mal 100 Jahre alte Gymnastik, die zudem selbst wieder stark durch die schwedische Gymnastik eines Pehr Henrik Ling beeinflusst war, als traditionell japanisch zu bezeichnen (und diese dann mit allerlei modernen Elementen weiter zu verwursteln), zeugt ja doch eher von Unkenntnis.
Für die Ausübenden ist es aber letztlich egal, bisschen Bewegung schadet ja so gut wie nie.
(Und den Unterschied zu echtem Gongfu oder Koryû kennt man halt nur, wenn man ihn selbst erlebt hat. Und ich vermute nicht, dass jemand aus der Taisô-Kommission da wirklich Erfahrung mit gemacht hat; scheinen mir alles moderne Judo-Gewächse zu sein.)
Von den Seiten des Bayerischen Judoverbands
https://www.bayernjudo.de/?view=article ... &catid=185:
Schnell war klar, dass sich Taiso im DJB nur dann etablieren kann, wenn das Projekt groß aufgezogen wird. Beeinflusst von dem Verständnis der Judo-Methodik nach Wolfgang Hofmann, setzte sich die Idee durch, Taiso neben Kata, Randori und Shiai als vierte Methode im Judo zu etablieren. Dabei ist die Entwicklung von Taiso als innovativer Prozess zu sehen - ähnlich wie die drei Methoden Kata, Randori und Shiai. Denn wer hätte gedacht, dass sich Kata als Wettkampfdisziplin weltweit etablieren oder ein gemeinsamer Team-Wettbewerb der Frauen und Männer olympisch werden würde?! Sportarten und Disziplinen entwickeln sich weiter und mit Taiso lassen sich traditionelle Elemente hervorragend in moderne Strukturen einbinden. Taiso wird hier als allumfassende Körperschulung gesehen, die nicht nur die physische Stärkung des Körpers meint, sondern parallel die Stärkung des Geistes. Eine ideale Bewegungsform, um das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Wichtig ist, Taiso kann ein zusätzliches Angebot im Judotraining sein, soll aber keinesfalls das eigentliche Judo-Training ersetzen. Es soll als eine Möglichkeit gesehen werden, das Judotraining - wenn wir bei Wolfgang Hofmann bleiben - um eine vierte Methode zu erweitern. Gerade in den aktuellen Zeiten gewinnen Sportarten, die sich möglichst einfach und ohne großen Aufwand in die Praxis umsetzen lassen.
Taiso nutzen – auch für die Mitgliedergewinnung!
DJB und NWJV laden alle Judo-Vereine ein, sich an dem bundesweiten Projekt zu beteiligen, um Taiso langfristig als festen Bestandteil im Judo zu verankern. Nicht nur, aber besonders im Breitensport lassen sich so neue Akzente setzen - dabei muss das Motto bleiben: vom Taiso zum Judo oder vom Judo zum Taiso! Mit Taiso kann sich der Judosport in Deutschland auch im stetig wachsenden Fitness-Markt platzieren und so neue Wege in der Mitgliedergewinnung gehen. Taiso als Angebot für die Fitness-Cracks da draußen - nach Yoga aus Indien und Tai Chi aus China kommt jetzt das japanische Taiso nach Deutschland!
Zur Ergänzung des schon Geschriebenen: Man hat sich in der Tat da irgendwas zusammengebaut und versucht das als Konzept zu vermarkten, indem man irgendwas von "Japan" und "Frankreich" erwähnt. Was mich dann wirklich stutzig macht, ist dass man eine gewisse (methodische!) Eigenständigkeit vorgibt, die aber gleichzeitig wieder negiert, weil man (um Himmels Willen!) Taiso niemals das eigentliche Judotraining ersetzen soll.
Wikipedia zum Beispiel, auch die japanische, kennt das Thema meiner Recherche nach gar nicht. Und der erwähnte Wolfgang Hofmann? Hat der seine gymnastischen Elemente so genannt, war das seine Absicht, eine eigene Säule zu etablieren? Ich habe in den paar Büchern die ich von ihm habe nichts dazu gefunden.
HBt. hat geschrieben: 30.04.2026, 17:06
+1, Julian +1
Mehr als ein Selbstbestätigungsding, sowie Werbung in eigener Sache ist das Unterfangen nicht. Allerdings ist es massentauglich, die Masse der Eingefangenen findet es toll und vergessen wir nicht' dass DJB-TAISO (momentan) ein wichtiges Modul auf der persönlichen Beförderungsleiter ist.
Einige der bekannten Gesichter werden immer dicker, ganz nebenbei angemerkt, sie nehmen an Leibensfülle zu - ein Aushängeschild für den lebenslangen Sport, den ganzheitlichen Gesundheitssport ist das nicht gerade. Von herausragenden Exponenten erwarte ich (wünschte!) einen drahtigen, energiegeladenen, schlanken, gesunden Körper: denn "bewusste Lebensführung", Ernährung, Hygiene, Leibesübungen (Taiso)...
Oder haben wir keine Zeit mehr für tägliche Übungen - es dreht sich um unsere Gesundheit, einen funktionsfähigen Körper (und Organismus), damit wir bis zu unserem Tod üben können.
Massentauglich? Es wird ja so verkauft, als würde Taiso die Mitglieder wie das Licht die Motten anziehen. Fakt ist aber, der DJB verliert jeden Tag Mitglieder, kumuliert mittlerweile wohl in mittlerer dreistelliger Anzahl:
https://www.nwjv.de/aktuelle-meldungen/ ... en-im-nwjv
Im Heimatverein und Co höre eigentlich nur "das ist doch nichts Neues, das machen wir schon immer mehr oder weniger". In vielen (größeren) Vereinen mit klarem Judobezug gibt es mittlerweile reine Fitnessgruppen, ohne die lustigen Bademäntel und durchaus mit Fokus auf Gesundheit, mit lizensierten Vorturnern, oft Sportlehrern oder Fitnesstrainern.
Taiso? Ja das macht man mal so nebenbei (ist das nun auch so beabsichtigt oder nicht?), aber ich bezweifle, dass das Thema je eine vom Judo losgelöste Eigenständigkeit (soll es das nicht irgendwie?) entwickeln und damit in nennenswertem Umfang marktfähig werden wird.
Das Gleiche sehen wir bei diesem Selbstverteidigungsding, siehe folgender Link und Zitat:
https://bjv-judo.de/2026/neuer-trainer- ... -b-lizenz/
Durch das allgemein gestiegene Sicherheitsgefühl bietet sich eine große Chance zur Mitgliedergewinnung mit der Judo-Selbstverteidigung im Breitensportbereich.
(Ich denke, gemeint ist das Unsicherheitsgefühl, ansonsten ergibt der Kontext keinen Sinn.)
Alles am Ende Mode, Schnellschüsse, zeitlich begrenzt, mit Verfallsdatum. Konzeptuell, systematisch, gewissermaßen fachlich
überzeugt es mich nicht.
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